R wie Respekt: Race to the Clouds

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R wie Respekt: Race to the Clouds

Hans-Joachim Stuck, Benjamin Leuchter und Klaus-Joachim Kleint über Pikes Peak, das berühmte Bergrennen in den USA.

Nur noch wenige Monate, dann klettert das Spannungsbarometer auf Wolkenhöhe und der Puls rast in 4.000 Metern über dem Meeresspiegel: Erstmals nach 30 Jahren geht Volkswagen Motorsport wieder beim Pikes Peak International Hill Climb an den Start. Das härteste Bergrennen der Welt in Colorado Springs (USA) begeistert Motorsport-Fans seit über 100 Jahren. Wenn Volkswagen 2018 auf dem Pikes Peak nach den Wolken greift, macht auch die Tradition einen Sprung in die Zukunft: Ein starker E-Prototyp wagt das legendäre „Race to the Clouds”.

Pikes Peak – ein Abenteuer, bei dem gestandene Motorsport-Experten glänzende Augen bekommen. Ob Profi auf der Rundstrecke, im Rallyesport oder motorverrückter Szene-Kenner – dem legendären Race to the Clouds zollen alle größten Respekt. Was erwartet das Volkswagen Team am Sonntag, 24. Juni 2018 in Colorado? Worauf kommt es beim Aufstieg in die Wolken wirklich an? Und was ist von der Pikes-Peak-Premiere mit E zu erwarten? Rallye-Europameister und Pikes-Peak-Fahrer Jochi Kleint, Motorsport-Legende Strietzel Stuck und Renn- und Testfahrer Benny Leuchter sind gespannt!

JOCHI KLEINT: „BEI PIKES PEAK ZU STARTEN, IST EINE UNGLAUBLICHE EHRE!”

Pikes Peak im Dreierpack: Sie waren 1985, 1986 und 1987 dabei. Was macht dieses Rennen für Sie so besonders?

Jochi Kleint: Es ist eine unglaubliche Herausforderung. Es geht ja los auf etwa 2.800 Metern Höhe und steigt an auf knapp 4.300 Meter, mit 156 Kurven und damals auf Schotter – das fordert unglaublich viel. Dazu die dünne Höhenluft, die dem Motor extrem zu schaffen machte. Spätestens ab etwa Meile 16 wurde es kritisch und der Leistungsverlust war dramatisch. Besonders beim ersten Start 1985 – da ging es ja noch mit einem Saugmotor rauf. Ganz besonders war aber auch, dass ich dreimal mit einem Bi-Motor starten durfte. Das ganze Konzept war wahnsinnig interessant. Wer hatte schon zwei Motoren im Auto? Dazu die Atmosphäre, die Vielfalt der Fahrer – die Stimmung bei Pikes Peak ist unbeschreiblich! Es ist eine unglaubliche Ehre, bei diesem Rennen starten zu dürfen. Auch wenn es letztlich nicht mit einem Sieg geklappt hat: Dreimal Pikes Peak gefahren zu sein, gehört für mich zu den besten Erfahrungen meiner Motorsport-Karriere. Und auf meinen Pokal als „Rookie of the Year”, den ich 1985 bekam, bin ich heute noch total stolz.

Aus dreifacher Erfahrung heraus: Was ist elementar, um bei Pikes Peak erfolgreich zu sein?

Jochi Kleint: Wenn man bei Pikes Peak bestehen will, muss das Team eingespielt und das Fahrzeug exakt auf die Strecke abgestimmt sein. Und vor allem musst du als Fahrer absolut perfekt vorbereitet sein. Du sitzt ja allein im Cockpit. Deshalb habe ich mir damals meinen Aufschrieb auf ein Diktiergerät gesprochen und ihn immer wieder angehört. Es gibt da Strecken, da fährst du blind! Kuppen, Sonne, blinde Ecken – wenn du da nicht vorbereitet bist, verlierst Du wahnsinnig viel Zeit. Man braucht für jede einzelne Passage tausendprozentige Konzentration! Das Race to the Clouds ist eine Herausforderung, die meines Erachtens mit keiner anderen Veranstaltung in der Welt vergleichbar ist. Wenn das Konzept stimmt und die Erprobung gründlich ist, dann holen die Wolfsburger die E-Bestzeit, na klar!

STRIETZEL STUCK: „AM PIKES PEAK WIRD JEDES RISIKO TEUER BEZAHLT.”

Mythos Pikes Peak – und Volkswagen 2018 endlich wieder mittendrin …

Strietzel Stuck: Die Entscheidung von Volkswagen, wieder bei Pikes Peak anzugreifen und dazu mit einem E-Fahrzeug, ist eine coole Sache – und genau richtig. Pikes Peak ist eines der letzten Abenteuer in den USA. Die enormen Herausforderungen an Fahrer, Fahrzeug und Techniker machen Pikes Peak einzigartig. Ich habe 1989 selbst für Audi vier Wochen lang auf dem Pikes Peak trainiert und habe größten Respekt vor dieser Strecke! Man muss sich bewusst sein: Am Ende der Straße wartet der Abgrund. Nur die Besten trauen sich das zu. Mittlerweile ist die Strecke asphaltiert – auf Asphalt hat man mehr Grip als auf Schotter, dadurch steigt die Kurvengeschwindigkeit deutlich an. Das Fahrzeug muss genau passen. Hervorragende Streckenkenntnis ist Pflicht. Am Pikes Peak wird jedes Risiko teuer bezahlt. Neben den Herausforderungen des Rennens ist die Fangemeinde in den USA wirklich besonders: Die Amerikaner lieben Motorsport, sind sehr engagiert und wissen sportliche Leistungen zu honorieren. Auch dieses Drumherum macht Pikes Peak so besonders. Eine erfolgreiche Teilnahme beim Pikes Peak International Hill Climb ist eine herausragende Ehrung für Fahrer – und Marke.

Race to the Clouds 2018 – was erwarten Sie vom Volkswagen Team?

Strietzel Stuck: Pikes Peak ist eine große Herausforderung für die Techniker und eine optimale Fahrwerksabstimmung ist enorm wichtig. Viele Testfahrten sind erforderlich, es gilt, die richtige Abstimmung für den Berg zu finden. Bisher war aber alles, was Volkswagen Motorsport angefasst hat, erfolgreich. Pikes Peak 2018 wird zeigen, dass Volkswagen in Sachen E-Antrieb gut aufgestellt ist. Der Erwartungstrichter ist nach oben offen: Pikes Peak ist keine leichte Sache und man sollte nicht denken, dass man da einfach so vom Start weg die Bestzeit holen kann. Eine erfolgreiche Teilnahme – ein gutes Rennen, eine gute Zeit, das wäre eine tolle Leistung!

BENNY LEUCHTER: „DER START MIT EINEM E-FAHRZEUG BEIM RACE TO THE CLOUDS IST EIN STARKES AUSRUFEZEICHEN!”

E-Mobilität made in Germany beim amerikanischen Traditionsrennen – eine gewagte Premiere?

Benny Leuchter: Als ich von dem Projekt erstmals hörte, dachte ich nur: Mega! Toll, dass Volkswagen da mit einem E-Auto startet. Hier kann man den Beweis antreten, dass E-Mobilität richtig Spaß machen und sportlich sein kann. Ich finde es super, dass die vorangetriebene Entwicklung der E-Mobilität so eindrucksvoll untermauert und nun auch für Motosport-Fans greifbarer wird. Ein gutes Signal! Zudem kann man aus dieser Motorsport-Erfahrung viel für die Serie lernen und übertragen. Das ist rundum eine Win-win-Situation und Volkswagen kann und wird das Optimale aus diesem Rennen herausholen, in vielerlei Hinsicht. Ein tolles Leuchtturmprojekt!

Pikes Peak mit einem E-Fahrzeug – welche Chancen sehen Sie für Volkswagen?

Benny Leuchter: Der Vorteil eines E-Fahrzeuges liegt bei Pikes Peak auf der Hand: Mit einem elektrischen Antrieb hat man den Vorteil, dass eine konstante Leistung von Beginn bis Ende gewährleistet ist. Und Höhenluft spielt keine Rolle. Mit intelligentem Allradantrieb hat man die Möglichkeit, optimale Grip-Verhältnisse zu schaffen – sehr wichtig bei diesem Bergrennen. Ich bin ja auf dem Nürburgring zu Hause. Die Nordschleife hat eine ähnliche Länge und ist auch keine gemütliche Kaffeerunde, aber Pikes Peak ist noch mal eine ganz andere Herausforderung – bei diesem Rennen fährt man in den Himmel! Jeder kleinste Fehler wird extrem hart bestraft. Dazu ist das Wetter eine unberechenbare Komponente. Pikes Peak mit so einem Dampfhammer zu fahren, ist eine extrem reizvolle Aufgabe. Ich habe großen Respekt vor den Fahrern, die sich dieser Challenge stellen. Daher wünsche ich dem Team, dass es das Bestmögliche herausholen kann. Ich werde Pikes Peak intensiv verfolgen und bin jetzt schon gespannt. Die aktuelle Bestzeit in der Kategorie für elektrisch angetriebene Prototypen fuhr 2015 der Neuseeländer Rhys Millen ein. Seine 8:57.118 Minuten zu schlagen, ist eine tolle Herausforderung. Aber in jedem Fall ist der Start mit einem E-Fahrzeug beim „Race to the Clouds” grundsätzlich ein starkes Ausrufezeichen!

www.volkswagen.de

2018-01-11T14:20:27+00:0011/01/2018|Vehicles|
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