Smart Mobility: Was die Automobilindustrie von der Entwicklung des Smartphones lernen kann

57 Millionen Deutsche besitzen mittlerweile ein Smartphone. Die kleinen Helfer sind aus unserem Alltagsleben kaum noch wegzudenken: Wir lassen uns morgens von ihnen aufwecken, halten besondere Ereignisse als Foto fest, schreiben Nachrichten oder vertreiben uns die Zeit mit Spielen.

Dabei fällt auf: Die ursprüngliche Funktion eines Handys – das Telefonieren – spielt heute meist nur noch eine sehr untergeordnete Rolle. Denn das erste iPhone hat den Blickwinkel auf Mobiltelefone völlig verändert und den Mobilfunkmarkt revolutioniert: Das Handy wurde zu einem PC für die Hosentasche. Apps und zusätzliche Features, die über das Telefonieren und SMS-schreiben hinausgingen, sind nun wichtig. Damit war das Smartphone geboren und setzte Maßstäbe für die weitere Entwicklung des Consumer Electronic Marktes.

Fahrzeuge werden smarter

Doch was hat das mit der Automobilindustrie zu tun? Aktuell zeichnet sich in der Branche eine ganz ähnliche Entwicklung ab. Auch hier drängen neue Technologien auf den Markt, die die Erwartungen der Kunden verändern und Fahrzeuginnovationen vorantreiben. Dabei nehmen Technologieunternehmen einen immer stärkeren Einfluss auf die Entwicklung neuer Autos. Im Zeitalter der Elektrofahrzeuge nimmt dieser Trend zu. Im Vergleich zu ihren Vorgängern mit Verbrennungsmotor sind diese mit jeder Menge Software ausgestattet. .Um zu verstehen, wohin diese Entwicklung führt und wie sie es für sich selbst nutzen können, müssen Automobilhersteller nur auf die Entwicklung der Telekommunikationsbranche schauen: Die Mobilität wird smarter.

Vernetzung, Elektrifizierung und autonomes Fahren – die Zukunft des Automobilmarktes

Vernetzung, Elektrifizierung und autonomes Fahren – drei Trends, die aller Voraussicht nach die Zukunft des Automobilmarktes prägen werden. Ausschlaggebend für diesen Wandel sind hauptsächlich zwei große Marktbedürfnisse: Zum einen das Bedürfnis ständig vernetzt zu sein und zum anderen der Wunsch nach einem zuverlässigeren, umweltfreundlicheren Transportmittel.

Genau wie das Smartphone ist das Auto ein persönlicher Gegenstand und Teil unseres Lebens. Die Vernetzung im Alltag muss daher auch das Auto miteinschließen. Kunden erwarten, dass sie auch während der Autofahrt über die Cloud auf Unterhaltung, Arbeitsunterlagen oder Nachrichten zugreifen können. Die Möglichkeit sich mit dem Internet zu verbinden, ist dafür Grundvoraussetzung. Die meisten Fahrzeuge haben daher schon heute gleich mehrere drahtlose Verbindungen, die von Mobilfunk bis WLAN und Bluetooth reichen.

Gleichzeitig unterstützt der Wunsch nach umweltfreundlicher Mobilität den Übergang zur Elektromobilität, denn diese bietet entscheidende Vorteile: Die Fahrzeuge sind in ihrer Bauart weniger komplex und dadurch zuverlässiger und langlebiger. Die Batterietechnologie ermöglicht bereits heute Reichweiten von Elektrofahrzeugen, die für den täglichen Bedarf ausreichen. Darüber hinaus wird an einem Standard für kontaktloses Laden gearbeitet, sodass das Aufladen eines E-Autos einfacher sein wird, als Tanken. Parallel dazu reift die Technologie des autonomen Fahrens mehr und mehr aus. Dabei machen Sicherheitsfeatures mit LIDAR, RADAR und viele andere hochentwickelte Technologien die Autos sicherer.

Welche Technologie steckt hinter dieser Entwicklung?

Was die ursprünglichen Handys von den heutigen Smartphones unterscheidet, ist der Einsatz von hochentwickelten Sensoren und leistungsstarken Computer-Prozessoren. Erst durch sie können das iPhone oder die Android-Handys ihre Besitzer navigieren, Nachrichten senden und eine Vielzahl von Apps ausführen. Gleichermaßen sind auch die Autos heutzutage mit Sensoren und Prozessoren ausgestattet, die das Auto immer intelligenter machen. Noch wird diese Technologie hauptsächlich für Bluetooth, Rückfahrkameras und automatische Parkfunktionen verwendet. Die Sensoren, werden aber zunehmend besser. Ihre zukünftigen Einsatzmöglichkeiten in Fahrzeugen sind nahezu unbegrenzt.

Hersteller müssen sich für Technologieanbieter öffnen

Im Zuge der Smartphone-Entwicklung öffneten die Hersteller von Mobiltelefonen ihre Lieferkette, um Technologien von verschiedenen Lieferanten zu integrieren. Eine solche enge Zusammenarbeit mit Technologieanbietern ist auch für die Automobilkonzerne ein entscheidender Faktor, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Unternehmen, die den immer größer werdenden Fahrzeugtechnologiebereich genau beobachten, den Wandel mitgehen und beim Entwicklungstempo mithalten, werden am Ende die besten Lösungen haben und ihrer Konkurrenz einen Schritt voraus sein.

Autor: Peter Wambsganß, Director of Business Development AIMM – Europe Region bei WiTricity Corporation

www.witricity.com

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28.08.2018   |  

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