Photo: BMW

BMW entwickelt in Landshut das „Gehirn“ für humanoide Roboter

Humanoide Roboter sollen künftig nicht nur programmierte Abläufe ausführen, sondern ihre Umgebung verstehen, Situationen bewerten und selbstständig handeln. Die BMW Group entwickelt dafür im Werk Landshut Software für KI-gestützte Robotersysteme in der Komponentenfertigung – ein Schritt von klassischer Automatisierung hin zu „Physical AI“.

Im Mittelpunkt stehen offene Softwareplattformen, Trainingsdaten aus der Produktion, Simulationen und Bewegungsplanung. Klassische Programmierung wird mit Vision-Language-Action-Modellen kombiniert, die Bildinformationen, Sprachverständnis und Roboteraktionen verknüpfen. Ziel ist ein modulares System für unterschiedliche industrielle Anwendungen.

„Im BMW Group Werk Landshut verbinden wir Softwarekompetenz mit der industriellen Praxis unserer Komponentenfertigung. So können wir neue Technologien frühzeitig testen und ihren Nutzen für die Produktion fundiert bewerten“, sagt Dr. Wolfgang Blümlhuber, Bereichsleiter Technologie Fahrdynamik und Inhouse-Komponentenfertigung.

Im Fokus stehen Aufgaben, bei denen klassische Industrieroboter an Grenzen stoßen: wechselnde Umgebungen erkennen, Bauteile präzise greifen oder feinmotorische Tätigkeiten ausführen. Bewegungsabläufe werden von Menschen demonstriert und mit Kameras, Motion-Capture-Anzügen und Datenhandschuhen erfasst. Daraus entstehen Modelle, die sich auf verschiedene Aufgaben übertragen lassen.

„Wir prüfen nicht nur, was technisch möglich ist, sondern wo humanoide Robotik in der Komponentenfertigung tatsächlich einen belastbaren Nutzen bringen kann“, erklärt Christoph Jagoda, Projektleiter Physical AI im BMW Group Werk Landshut.

BMW arbeitet mit Athenyx Robotics, einem aus der RWTH Aachen hervorgegangenen Startup, sowie mit der Hochschule Landshut zusammen. Die Entwicklungen ergänzen Pilotprojekte in Leipzig und Spartanburg und stärken Landshuts Rolle als Zentrum für intelligente Produktion.

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21.07.2026   |  

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