Das Auto von morgen: Erste Ergebnisse aus dem DLR-Projekt Next Generation Car

Das Auto der Zukunft ist automatisiert, vernetzt und kooperativ. Es soll den Fahrer entlasten und sich sicher in das bestehende Verkehrssystem einfügen. Mit diesen Anforderungen befasste sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Symposium „Testen – Automatisiertes und Vernetztes Fahren“, das am 4. September 2018 in Braunschweig stattfand.

Ergänzend hierzu wurden am 5. September 2018 Ergebnisse des Projekts Next Generation Car (NGC) präsentiert, die das Thema Fahrzeugintelligenz und den Bereich der intelligenten Fahrwerke fokussierten.

„Mit mehr als 20 Exponaten und einer Fahrdemonstration veranschaulichen wir unsere Ergebnisse zu den Themen Fahrzeugintelligenz und intelligente Fahrwerke, kurz FiF“, sagt Prof. Frank Köster vom DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik. „Wir arbeiten an dem Gesamtbild des automatisierten Fahrens mit Blick auf die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer, eingebettet in ein intelligentes Gesamtverkehrssystem.“

Kooperative Fahrmanöver

So demonstrieren DLR-Forschungsfahrzeuge das kooperative Fahren, indem sie automatisiert ein gemeinsames Fahrmanöver absolvieren. Dabei sind sie zusätzlich zu den Sensorsystemen an Bord auch mit einer Online-Überwachung gekoppelt, sodass sich die Fahrzeuge auch in eventuellen Fehlersituationen immer sicher verhalten.

Virtuelle Welt

Um bereits im Vorfeld bestimmte Szenarien zu erproben, müssen Verkehrssituationen auch in der Simulation verfügbar sein. Bereits im Vorfeld können sie beispielweise auf Akzeptanz, Komplexität oder Umweltaspekte untersucht und analysiert werden. Dafür hat das DLR hochgenaue 3D-Karten aus Geodaten erstellt und ganze Städte mit Straßen, Häusern, Infrastruktur und Vegetation als virtuelle Umgebungen erschaffen.

Interaktion von Fahrzeugen und Radfahrern

Auch die Interaktion mit unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern spielt eine entscheidende Rolle. Das DLR erfasst an einer Kreuzung in Braunschweig Daten, die das Zusammentreffen von motorisierten Fahrzeugen, Fußgängern und Fahrradfahrern dokumentieren. Genutzt wird dies, um zukünftig die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern im Straßenverkehr weiter zu erhöhen.

Umfeld-Erfassung und Identifikation

Damit das Auto der Zukunft Radfahrer oder andere Objekte direkt als solche erkennen kann, erfolgt eine Umfeld-Erfassung. Mittels Stereokameras erkennt und identifiziert das automatisierte Fahrzeug verschiedene Objekte und klassifiziert sie. Möglich wird das durch Künstliche Intelligenz: Künstliche neuronale Netze erfassen das jeweilige Objekt und werten die Ergebnisse aus. Daraus ergibt sich ein Verständnis der jeweiligen Verkehrssituation und Handlungsabsichten der identifizierten Objekte können bereits im Vorfeld abgeschätzt werden.

Fahreraufmerksamkeit durch Lichtband

Trotz aller Automatisierung in Fahrzeugen wird der Mensch auch in Zukunft eingreifen können und nach Wunsch oder zur Unterstützung des Fahrzeugs als „Fallback“ des Systems fungieren. Welche Informationen braucht der menschliche Fahrer hierzu und wie kann man ihm diese vermitteln? Hierzu hat das DLR eine Interaktionsstrategie, die die Einbindung von Mobilgeräten des Fahrers und die Verwendung eines im Fahrzeuginnenraum verbauten farbigen 360-Grad-Lichtbands nutzt, um die Aufmerksamkeit des Fahrers während einer automatisierten Autofahrt zu steuern.

Auf Basis dieser und weiterer Teilergebnisse des Projekts NGC arbeitet das DLR an der Vision des automatisierten Fahrens der Zukunft. Teilweise werden die Ergebnisse als Konzepte in die Industrie übergehen. „Ein wichtiger Schwerpunkt der zukünftigen Forschung bleibt die Vernetzung der Fahrzeuge mit der Infrastruktur als Grundlage für kooperative Systemverbünde im Straßenverkehr“, sagt Köster. „Außerdem arbeiten wir weiter am intelligenten Gesamtverkehrssystem, das eines Tages auch empathische Fähigkeiten besitzen wird.“

www.dlr.de

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06.09.2018   |  

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