Elektroautos aus dem 3D-Drucker für 2015 angekündigt

Für einen Preis von umgerechnet 14.000 bis 24.000 Euro sollen im 3D-Druckverfahren hergestellte Elektroautos ab dem kommenden Jahr erhältlich sein. Die gewünschte Fahrzeugkonfiguration kann vom Käufer direkt über ein Display zusammengestellt werden. Nicht einmal zwei Tage später rollt das fertige Fahrzeug dann vom Band – so lautet zumindest das Versprechen des Herstellers Local Motors.Bild Bild Elektroautos aus dem 3D-Drucker klein

Das Konzept des US-Unternehmens Local Motors ist schlichtweg einzigartig in der Automobil-Industrie. Anstatt sich nur über alternative Designs und Fokus auf neue Technologien vom Markt abzusetzen, wie es beispielsweise Autobauer Tesla unter Aufbietung millionenschwerer Investments versucht, hat Local Motors einen „Crowd“-Ansatz verfolgt. 30.000 begeisterte Designer und Ingenieure teilen auf der Plattform Konzepte und Ideen aus. Local Motors hilft vielversprechenden Designern bei der Prototyp-Entwicklung und die Industrie nutzt die Plattform als Rekrutierungsmöglichkeit. Aber auch Design-Wettbewerbe mit ausgelobten Geldpreisen locken Designer, zumal Local Motors aus den Konzeptgrafiken Prototypen konstruiert und bei der Vermarktung hilft.

Auch Barack Obama widmete dem Projekt seine Aufmerksamkeit, als der Geschäftsführer von Local Motors, Jay Rogers, dem US-Präsidenten im Sommer 2011 das Militärfahrzeug „XC2V“ vorstellte. Die Forschungsabteilung des US-Militärs (DARPA) hatte einen Auftrag ausgelobt, der die Entwicklung eines Konzepts innerhalb eines Monats und die Entwicklung von drei funktionstüchtigen Prototypen innerhalb weiterer drei Monate vorsah. Die „Crowd“ von Local Motors konzeptionierte daraufhin das Fahrzeug mit Erfolg.

Statt 25.000 nur 50 Bauteile – 3D-gedrucktes Elektroauto ab 2015

Ein neues Projekt von Local Motors steht laut Unternehmensangaben kurz vor der Serienreife: ein 3D-gedrucktes Elektroauto. Käufer sollen demnach über ein Display selbst festlegen können, welche Farbtöne verwendet werden und welche Ausstattung das Auto bieten soll. Eine automatisierte Fertigungseinheit stellt die Bauteile anschließend im 3D-Druckverfahren aus mit Kohlefaser verstärktem Plastik her und fügt sie zusammen. Bestimmte Verkabelungen und der Einbau von Elektronik dürften allerdings per Hand erfolgen. Im Gegensatz zu derzeit auf den Straßen fahrenden Autos, die aus 25.000 Einzelteilen und mehr bestehen, umfasst das 3D-gedruckte Elektroauto von Local Motors gerade einmal 50 Bauteile. Einen Prototyp des Fahrzeugs führte das US-Unternehmen auf der diesjährigen Auto-Show SEMA in Las Vegas vor.

Die erste Serie, ein sportlicher Zweisitzer, hat den Namen „Strati“ bekommen. Laut Geschäftsführer Jay Rogers ist das Fahrzeug zudem komplett recyclebar, sofern es nicht neu lackiert wird. Angeblich kann das komplette Auto wieder in seine Ausgangsmaterialien zerlegt und pulverisiert werden. Der Besitzer könne daraufhin zu geringeren Kosten auf ein anderes Design wechseln, sobald neue Serien auf den Markt kommen. Bis „Strati“ in Serie geht, dauert es laut Local Motors auch nicht mehr lange. Im kommenden Jahr will das Unternehmen die ersten Fahrzeuge ausliefern – beziehungsweise drucken lassen. Der Preis beläuft sich auf 18.000 bis 30.000 US-Dollar, umgerechnet 14.000, respektive 24.000 Euro. Dass die 3D-gedruckten Elektroautos die notwendigen Sicherheitsprüfungen überstehen werden, dessen ist sich Rogers gewiss. Um der Online-Community von Local Motors die notwendige Technik an die Hand zu geben, damit aus Konzeptgrafiken ohne größeren Aufwand erste Prototypen gemacht werden können, plant das Unternehmen in den kommenden 10 Jahren 100 sogenannte „Mini-Fabriken“ in den Vereinigten Staaten zu errichten.

Quelle: www.gulli.com
www.localmotors.com

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