E-Rad am Donauradweg in Passau. Foto: Animaflora Picsstock@stockadobe.com

eMove360° Weekend-Aktiv-Tipp: Deutschlands schönste Flussradwege für E-Biker

Kaum Steigung, viel Kultur und noch mehr Genuss: Sabine Metzger stellt im aktuellen eMove360° Magazin die  sechs beliebtesten Flussradwege zwischen Wattenmeer und Alpen vor – ganz nach dem Motto Freiheit auf dem E-Fahrradsattel

Auf den Spuren von Luther, Gropius & Co.: Deutschlands beliebtester Radweg begleitet die Elbe auf 1300 Kilometern durch die größte natürliche Flusslandschaft Europas und führt vom Riesengebirge zum norddeutschen Wattenmeer. Mit den bizarren Felsformationen in der Sächsischen Schweiz beginnt der Elberadweg. Über Pirna und durch sanftes Hügelland gleitet man bis Dresden und dann durch Deutschlands kleinstes Weinanbaugebiet. Die Lutherstadt Wittenberg ist die nächste geschichtsträchtige Station. Anschließend geht es über die Bauhaus-Stadt Dessau nach Magdeburg, das Zentrum der „Straße der Romanik“. Die Hansestadt Hamburg, die Obstplantagen des Alten Landes und das Nordseeheilbad Cuxhaven mit seinen breiten Badestränden bilden den maritimen Abschluss (www.elberadweg.de).

Romantisch, historisch und süffig gibt sich der Mainradweg. In großen Schleifen windet sich der Main auf 460 Kilometer Länge durch abwechslungsreiche Landschaften zwischen Frankfurt und Bayreuth. Er bahnt sich seinen Weg durch das fränkische Weinland und schlängelt hinter Würzburg langsam auf die dunkelgrünen Wälder des Spessarts zu. Reizvolle Städte liegen an seinem Weg: die ehemalige Kaiserstadt Bamberg, die alte Residenzstadt Würzburg und das trutzige Ochsenfurt. Und auch fürs leibliche Wohl ist gesorgt: Urige Biergärten und gemütliche Weinstuben verwöhnen den Gaumen der Radler (www.mainradweg.com).

Vier Bundesländer auf einen Streich verbindet der Weserradweg. Mehr als 500 Kilometer begleitet der Weser-Radweg von Hannoversch Münden, wo sich Werra und Fulda vereinen, den Fluss bis nach Cuxhaven. Die Belohnung dieser Mega-Strampelei: Eindrücke einer vielfältigen Flusslandschaft mit Burgen und Schlössern, Märchen- und Sagengestalten, Bauwerken der Weserrenaissance und modernster Hafentechnik. Durch das sanft hügelige Weserbergland rollt man gemütlich nach Minden und in die norddeutsche Tiefebene. Immer wieder locken kleine Städtchen mit ihren Fachwerkhäusern zu einem Stopp. Hat man Bremen erst einmal hinter sich gelassen, ist bereits die Nähe zur Nordsee spürbar. Im Schutz der Deiche geht es dann zum Ziel Cuxhaven (www.weserbergland-tourismus.de).

Sagenhafter Donauradweg: Einst zogen die Nibelungen an der Donau entlang nach Ungarn zu Kriemhilds Hochzeit. Das Bild eines Trosses von tausenden Nibelungen würde gut zu der imposanten Kulisse der Donau passen. Dabei fängt sie, wie jeder Fluss, klein an. In Donaueschingen entspringt sie im Park des Fürstenberg-Schlosses. Plötzlich ist sie einige Kilometer weiter aber wieder verschwunden: In der Donauversinkung versickert das Wasser über 150 Tage im Jahr komplett. Dank weiterer Nebenflüsse ist sie aber schon bei Tuttlingen wieder ein stattliches Gewässer. In Ulm streckt sich der höchste Kirchturm der Welt in den Himmel, in Donauwörth lohnt die Reichsstraße mit dem neugotischen Rathaus, dem Münster, Fuggerhaus und anderen Bauwerken zum Stopp. Bis zu 80 Meter hohe Felswände säumen das Tal am Donaudurchbruch bei Kloster Weltenburg. In der Altstadt der Unesco-Welterbe-Stadt Regensburg erinnern fast 1000 Denkmäler an Römer, Kaufleute und Heilige. Der deutsche Donauradweg endet in der Dreiflüssestadt Passau – nach 600 Kilometer kulturellen wie landschaftlichen Höhepunkten wie dem Schwarzwald, der Schwäbischen und Fränkischen Alb sowie dem Bayerischen Wald. Unermüdliche könnten den Donauradweg übrigens in Richtung Schwarzes Meer fortsetzen (www.deutsche-donau.de).

 Steilküsten, Strände, Deiche, Förden und traditionellen Küstenorte prägen den 1095 Kilometer-Marathon des Ostseeküsten-Radwegs. Er beginnt in Flensburg. Von dort bis zum Ziel ist das Meer ein ständiger Begleiter: weiße Sandstrände, bizarre Klippen und dazwischen das maritime Leben der Küstenstädte mit ihrer sehenswerten Backsteinarchitektur. Entlang der Kieler Förde geht es Richtung Fehmarn. In der Lübecker Bucht haben sich die Badeorte herausgeputzt. Die Hansestädte Wismar und Stralsund gehören mit ihren Stadtkernen zum Unesco-Welterbe. Erholung gibt es bei einem Zwischenstopp im mondänen Heiligendamm, der weißen Stadt am Meer. Nach der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst führt der Weg dann auf die Insel Rügen mit ihren berühmten Kreidefelsen. Auf den letzten Kilometern fährt man übers Festland auf die Insel Usedom. Die Kaiserbäder Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck sind der krönende Abschluss der Tour (www.auf-nach-mv.de; www.ostsee-schlewig-holstein.de).

 Entlang der deutschen Lebensader am Rheinradweg: Die Bedeutung des Rheins für die Menschen wird in seinem Verlauf ständig von großen Bauwerken wie Burgen, Festungen, Gotteshäusern und historischen Städten bezeugt. Die Dome zu Worms, Mainz und Köln künden vom Wohlstand der Städte. Bastionen wie die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz und zahlreiche Burgen unterstreichen die strategische Bedeutung. Die Spuren der Römer sind am Obergermanisch-Rätischen Limes und in Xanten zu bewundern. Reichlich Geschichte wird auf dem Rheinradweg also geboten, und viele Bauwerke stehen auf der Unesco-Welterbe-Liste. Malerisch präsentiert sich das Mittelrheintal mit seinen hoch aufragenden Felswänden, den mittelalterlichen Städtchen und der berühmten Loreley. Für spektakuläre Aussichten sorgen die Rheinquelle in den Schweizer Alpen und der Rheinfall in Schaffhausen. Die weite und flache Landschaft des Niederrheins dagegen lässt an die nahende Küste denken. Vielfältig wie die Landschaften sind auch die kulinarischen Höhepunkte am Rheinradweg: Rösti und Spätzle, „Himmel un Ääd“, Fischgerichte und natürlich Wein von den Weinbergen links und rechts des Rheins. In Deutschland führt die Strecke auf 971 Kilometern zwischen Konstanz bis Emmerich am Rhein entlang. Die Gesamtlänge beträgt 1500 Kilometer – von Andermatt in der Schweiz bis nach Hoek van Holland (www.rheinradweg.net; https://rhein-radweg-etappen.com/).

Autorin: Sabine Metzger

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01.07.2022   |  

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