Polestar 3 Ladesituation in Mantua Süd, Italien. Foto: Sabine Metzger

EU-Plan: Vorgezogenes Verbrenner-Aus für Firmenflotten ab 2030?

Die EU plant offenbar, beim Übergang zur Elektromobilität etwas Druck auszuüben. Die EU-Kommission erwägt, ab 2030 ein Verbot für Verbrennungsmotoren bei Mietwagenanbietern und Firmenflotten einzuführen. Dabei gibt es jedoch Widerstand nicht nur seitens der Mietwagenbranche, sondern auch vom Bundesverkehrsministerium. Allerdings betont die Kommission, dass bisher noch keine konkreten Entscheidungen getroffen wurden.

Die EU möchte ihre Klimaziele erreichen und denkt deshalb darüber nach, den Übergang zur Elektromobilität zu beschleunigen. Bereits im Januar wurde darüber leidenschaftlich diskutiert, und geplant ist wohl ein Verbot von Verbrennungsmotoren bei Dienstwagen ab 2030. Es besteht die Möglichkeit, dass dieses Verbot künftig auch für Mietwagen gilt, wie die „Bild am Sonntag“ aus EU-Kreisen erfahren haben möchte. Demnach sollen auch Mietwagen ab 2030 nur noch elektrisch unterwegs sein. Laut Zeitung wären davon etwa 60 Prozent des Neuwagenabsatzes betroffen, während der Rest hauptsächlich auf Privatkunden entfällt.

Laut dem VDA (Verband der Automobilindustrie) gibt es Kritik an den geplanten EU-Regulierungen, insbesondere im Bereich der Ladeinfrastruktur. Die VDA-Präsidentin Hildegard Müller betont, dass Deutschland, Frankreich und die Niederlande zusammen fast 60 Prozent aller Ladepunkte in der EU haben. Interessant ist auch, dass Hamburg mehr Ladepunkte hat als die Slowakei oder Bulgarien. Das zeigt, wie unterschiedlich die Ladeinfrastruktur in den einzelnen Ländern bereits ausgebaut ist.

Auch Autovermieter warnen davor, eine Quote für E-Autos einzuführen, ohne dass die notwendige Infrastruktur ausreichend vorhanden ist. Sixt-Vorstand Nico Gabriel betont, dass ein Verbrennerverbot für Flottenbetreiber ab 2030 in der Praxis schwierig umzusetzen sein könnte, da es in der EU noch an genügend Ladesäulen mangelt. Das könnte dazu führen, dass Urlauber kaum noch Mietwagen nutzen können und Verbraucher Schwierigkeiten haben, Fahrzeuge zu leasen. Es ist also wichtig, den Ausbau der Ladeinfrastruktur voranzutreiben, damit die Umstellung auf E-Autos reibungslos verläuft. 

Der Weg von den EU-Plänen bis zur tatsächlichen Umsetzung ist ziemlich lang und unsicher. Laut „Bild“ plant die EU-Kommission, die Neuregelung erst im Spätsommer vorzustellen und auf den parlamentarischen Weg zu bringen. Danach müssen sowohl das EU-Parlament als auch der EU-Rat zustimmen, und schließlich müssen auch die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer ihre Zustimmung geben. Das bedeutet, dass es noch einige Hürden gibt, bevor die Pläne in Kraft treten können.

Das CDU-geführte Verkehrsministerium hat am Sonntag deutlich gemacht, dass es die Pläne für ein Verbrenner-Verbot für Mietwagenanbieter und Firmenflotten ablehnt. Ein Sprecher des Ressorts von Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat erklärt, dass man diese Pläne strikt ablehnt und die ablehnende Haltung auch an Autoverleiher kommuniziert hat

[DISPLAY_ULTIMATE_SOCIAL_ICONS]
29.07.2025   |  

Das könnte Sie auch interessieren

Review My Order

0

Subtotal