Interview: „Das Open-Space-Interieur des ID.3 ist ganz klar ein Highlight für mich.“

Intuitiv und viel Platz: Der neue ID.301 kommt mit wegweisendem Open-Space-Interieur. Trotz ausgeklügelter virtueller Simulationslösungen ist ein unentbehrlicher Entwicklungsschritt, das Raumgefühl mit einer Ergonomiesitzkiste spür- und erlebbar zu machen. Weshalb der Innenraum des ID.3 ein „radikaler“ Schritt in Richtung „Luftigkeit“ ist, davon weiß Dr. Gerrit Schmidt, Leiter Konzeptgrundlagen von Volkswagen, zu berichten.

Was bewegte Sie bei der Entwicklungsarbeit der ID. Familie am meisten?

Schmidt: Die „Radikalität“ des Ansatzes: Schon vor einigen Jahren habe ich in der Produktstrategie an einem Projekt gearbeitet, das hieß: „Was kommt nach dem Golf?“. Dabei ging es um den nächsten zu erwartenden Sprung in der Automobilindustrie, das nächste Level von Fahrzeugen sozusagen. Nun hatte ich die Chance, diesen Sprung tatsächlich zu gestalten und zu entwickeln. Angefangen bei den ersten Skizzen – den Grundgenen des Fahrzeugs – mit dem Ziel, die besten Elektrofahrzeuge für unsere Kunden zu entwickeln. Dabei sind wir an vielen Stellen neue Wege gegangen. Das macht großen Spaß und ist sicher einzigartig in der Automobilentwicklung. Wenn man sich die zu erwartenden Volumen ansieht, dann werden die ID. Fahrzeuge das Straßenbild weltweit verändern und deutlich zur Reduktion von CO2-Emissionen beitragen. Auch dieser Aspekt hat mich wahnsinnig motiviert.

Schmidt: Was war der Punkt, an dem Sie merkten, dass die Elektromobilität für jedermann vor dem Durchbruch steht?

Als ich im ersten Prototyp des ID.3 saß und ihn ausprobieren durfte. Da wusste ich: Das Konzept des Fahrzeugs trägt, es fasziniert und ist gleichzeitig bezahlbar. Das liegt sicherlich auch an der skalierbaren Batterie. So ist für jeden Fahrtypus die ideale Reichweite konfigurierbar. Und das ist bislang einmalig im Kompaktwagensegment.

Im Detail: Welche Technologie finden Sie beim neuen ID.3 am faszinierendsten?

Schmidt: Es ist für mich gar nicht „die eine Technologie“, sondern das Gesamterlebnis des Fahrzeugs als Autofahrer. Der große Innenraum bei den kompakten Abmaßen, die „Luftigkeit“, die Einfachheit der Bedienung. Wir haben auch ein paar „Zöpfe“ abgeschnitten. So basiert etwa das Bedienkonzept auf dem „Simplicity-Ansatz“ – also weniger ist mehr. Das Fahrzeug ist dadurch einfach ein klarer Schritt nach vorn.

Über den gesamten Projektverlauf betrachtet: Was war die größte Herausforderung, vor der Sie standen?

Schmidt: Die größte Herausforderung war für mich, die Grundidee des Fahrzeugs über den gesamten Prozess der Fahrzeugkonzeption durchzusetzen: ein bezahlbares, kompaktes Elektrofahrzeug mit vollkommen neuem Raumkonzept – dem „Open-Space“ – und einer radikal vereinfachten Bedienung. Dazu müssen Sie im Laufe des Prozesses viele Kollegen davon überzeugen, neue Wege zu gehen, andere Lösungen zu finden und auch neue Module etwa beim Antrieb, der Batterie oder der Klimaanlage zu entwickeln.

Was nehmen Sie persönlich aus dem Projekt mit?

Schmidt: Ich bin ganz schön stolz auf das Auto. Es macht einfach Spaß, das Auto immer wieder neu denken zu dürfen. Das ganze Open-Space-Interieur des ID.3 ist ganz klar ein Highlight für mich, welches ohne das intensive – aber immer kollegiale und konstruktive – Streben der Kollegen nach dem Optimum so nicht möglich gewesen wäre.

Welche Vorteile bringt eine Ergonomiesitzkiste bis heute?

Schmidt: Die Sitzkisten sind eine tolle Möglichkeit zum Erleben und Ausprobieren. Man kann keine Autos ausschließlich am grünen Tisch entwickeln. Trotz aller Simulationslösungen ist es dann doch am Ende immer entscheidend, wie sich ein Fahrzeug anfühlt. Nur durch diesen Aufbau können wir die Fahrzeuge optimal für unsere Kunden auslegen und entwickeln.

https://www.volkswagen.de

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20.09.2019   |  

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