Kia startet mit EV4 Elektrofahrzeug-Produktion in Europa. Foto: Kia

Kias Elektrifizierungsstrategie für Europa: Produktionsstart des EV4 in der Slowakei

Kia hat in seiner Elektrifizierungsstrategie für den europäischen Markt den nächsten wichtigen Schritt gemacht: Im Kia-Werk in Zilina, Slowakei, ist  die Produktion des neuen EV4 angelaufen. Die Schrägheck-Variante des Kompaktwagens, die speziell für die europäischen Kunden entwickelt wurde, ist das erste in Europa produzierte vollelektrische Modell der Marke. Es rollt ausschließlich bei Kia Slovakia vom Band, nachdem die Produktionslinien des Werks umfassend modernisiert wurden. Der auf der Elektroplattform E-GMP (Electric Global Modular Platform) basierende EV4 bietet ein ausgewogenes Verhältnis von Leistung und Effizienz. Er wird mit zwei Batterievarianten angeboten (58,3 bzw. 81,4 kWh), die sich in rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent schnellladen lassen, und verfügt über eine Reichweite von bis zu 625 Kilometern (bei 81,4-kWh-Akku und 17-Zoll-Rädern). Zu den innovativen Technologien gehören zum Beispiel die V2L-Funktion (Vehicle-to-Load) zum Anschluss von 220-Volt-Geräten und die V2X-Hardware-Vorbereitung (V2H/V2G), die die Einbindung der Fahrzeugbatterie ins private oder öffentliche Stromnetz ermöglicht (jeweils ausstattungsabhängig). Die Motorhaube ist aus Aluminium gefertigt, was das Gewicht reduziert und das Handling bequemer macht. Die Kunden haben die Wahl zwischen acht Außenfarben, darunter auch eine Mattlackierung (gegen Aufpreis).

Das auf Basis der Kia-Designphilosophie „Opposites United“ (Vereinte Gegensätze) gestaltete Schrägheckmodell setzt im ästhetisch eher traditionell geprägten C-Segment einen markanten neuen Akzent. Besonders charakteristisch ist die Seitenansicht mit der niedrigen Nase, der lang gestreckten Silhouette und der abfallenden Heckscheibe. Der innovative, vielseitige und sportliche Allrounder, der im Februar 2025 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, soll breiten Kundenkreisen den Wechsel zur E-Mobilität erleichtern.

Werk für 108 Millionen Euro modernisiert, Export in 83 Länder: Das slowakische Kia-Werk ist ein Eckpfeiler der europäischen Aktivitäten des Unternehmens. Die Ende 2006 eröffnete, auf einem fast zwei Quadratkilometer großen Gelände errichtete Fertigungsanlage ist strategisch günstig gelegen, um wichtige europäische Märkte zu beliefern. Das Werk beschäftigt rund 3.700 Menschen und verfügt über mehr als 600 hochmoderne Roboter. In den fünf Produktionsbereichen – Presswerk, Karosseriewerk, Lackiererei, Motorenfertigung und Endmontage – können verschiedene Modelle gleichzeitig hergestellt werden. Im Zuge der Modernisierung mit einem Investitionsvolumen von 108 Millionen Euro wurden die Produktionslinien mit neuen Technologien ausgestattet, darunter ein Förderband für Elektrofahrzeugbatterien in der Fahrwerkslinie der Endmontagehalle.

In dem Werk werden auch Modelle wie der Kia XCeed und der Kia Sportage hergestellt – inklusive Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Varianten, die im Jahr 2024 rund 25 Prozent der Gesamtproduktion ausmachten. Die Jahreskapazität der Anlage liegt bei 350.000 Fahrzeugen und 540.000 Motoren. Seit der Eröffnung des Werks sind in Zilina mehr als fünf Millionen Fahrzeuge vom Band gelaufen. Damit entfallen rund 11 Prozent der weltweiten Kia-Produktion auf den Standort in der Slowakei, der Fahrzeuge in 83 Länder exportiert.

Durch Nachhaltigkeitsmaßnahmen hat Kia Slovakia seit 2014 den Stromverbrauch pro Fahrzeug um 11 Prozent, den Wasserverbrauch um 28 Prozent und die CO2-Emissionen um 13 Prozent reduziert. Das Werk wird heute vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben. Es ist zudem geplant, bis Ende dieses Jahres etwa 1,5 Prozent des gesamten Energiebedarfs durch eine neue Photovoltaikanlage zu decken.

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21.08.2025   |  

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