Laden an der Laterne

Erste Straßenlaterne mit Anschluss für E-Fahrzeuge in Ravensburg – TWS baut Ladenetz weiter aus und nutzt dabei vorhandene Infrastruktur.

Die Adresse Charlottenstraße 27 in Ravensburg sollten sich Elektromobilisten ab sofort merken: Dort haben am Sonntag (31. März) Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp, Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha und Dr. Andreas Thiel-Böhm, Geschäftsführer der Technische Werke Schussental GmbH & Co. KG (TWS), die erste Ladestation an einer Straßenlaterne in Ravensburg eingeweiht. „Diese Variante der Ladestation für Elektrofahrzeuge ist zukunftsweisend: Sie fügt sich nahtlos ins Stadtbild ein und beansprucht keinen zusätzlichen Platz“, freut sich das Stadtoberhaupt. Möglich macht dies eine innovative Technologie, die ein Berliner Start-up-Unternehmen entwickelt hat. „Laterne und Stromtankstelle teilen sich eine elektrische Zuleitung. Das hat uns gereizt, denn so nutzen wir vorhandene Infrastruktur mehrfach – auch das ist ein Element des nachhaltigen Handelns“, erklärte Andreas Thiel-Böhm. Die TWS engagiert sich mit diesem Leitgedanken in vielen Bereichen; für die nächsten Jahre hat sich das kommunal verankerte Versorgungsunternehmen den zügigen Ausbau der Ladeinfrastruktur zum Ziel gesetzt. Das Laternen-Laden ist ein Ansatz für neue Mobilitätslösungen in der Region, für die sich die TWS gemeinsam mit den Städten Ravensburg und Weingarten sowie den Umlandkommunen einsetzt. Am Pilotstandort in der Charlottenstraße sammelt das Unternehmen nun Erfahrungen mit der eingesetzten Technik und den Parkzeiten, aber auch zur Akzeptanz bei Nutzern und Anwohnern.

Ganz einfach laden und abrechnen

Mit einer Leistung von 11 Kilowatt können ab sofort Elektromobilisten in der Charlottenstraße den Fahrzeug-Akku laden. Die Parkbucht am Rande der Innenstadt steht dazu bis zu vier Stunden kostenfrei zur Verfügung, nachts darf das E-Auto von Anwohnern auch länger bleiben. Der in den Speicher übertragene Strom wird wie gewohnt in Kilowattstunden abgerechnet: Dies geschieht entweder ad hoc über einen QR-Code oder mit der twsEmobil-Ladekarte der TWS, die deutschlandweit Zugang zu rund 2.000 Stromtankstellen bietet. Das funktioniert an allen Ladestationen der TWS gleich, denn das Unternehmen hat auch seine bisherigen Stromtankstellen in der Ravensburger Marktstraße, auf dem Bahnhofplatz sowie in der Weingartener Gablerstraße zu Jahresbeginn mit der gleichen Technik ausgerüstet.

Ausbau unterstützt Verkehrswende

„Aktuell bereiten wir die Einrichtung weiterer drei Lade-Laternen in Ravensburg vor, auch in Weingarten sollen zwei folgen“, informierte Ellen Poot, Produktmanagerin Mobilität der TWS, die das Projekt federführend betreut. Die Weichen für diese Art des Stromtankens hat das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr gestellt: Im August übernahm die TWS Netz die Zuleitungskabel für die Straßenbeleuchtung von den beiden Kommunen. Durch Querverbindungen an das örtliche Niederspannungsnetz werden Schritt für Schritt Straßenlaternen für die Ladefähigkeit ertüchtigt. Für die eingesetzte Technik kann der bestehende Lichtmast weiter genutzt werden. Dieses Vorgehen ist wesentlich einfacher als die Suche nach neuen Standorten für E-Tankstellen, die dann nicht nur eigene Zuführungskabel, sondern auch ein Betonfundament benötigen. „Das alles sind wichtige Schritte für neue Mobilitätslösungen, die die Verkehrswende und damit auch den Klimaschutz in der Region voranbringen. Und der ist uns mit dem Blick auf die künftigen Generationen wichtig“, erklärte Andreas Thiel-Böhm. Insgesamt plant die TWS in den kommenden Monaten 78 neue und öffentlich zugängliche Ladepunkte im Rahmen des Förderprogramms Ladeinfrastruktur des Bundesverkehrsministeriums in der Region aufzubauen.

www.tws.de

02.04.2019   |