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Deutschland treibt Natrium-Ionen-Batterien mit SIB:DE in Richtung Industrieproduktion

Europas Batterieindustrie blickt zunehmend über die Lithium-Ionen-Technologie hinaus. Mit dem neuen Projekt SIB:DE ENTWICKLUNG unternimmt Deutschland nun einen gebündelten Anlauf, Natrium-Ionen-Batterien von einer vielversprechenden alternativen Zellchemie in die industrielle Produktion zu überführen.

Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Projekt vereint 25 Partner aus Industrie und Forschung. Dabei geht es nicht nur um die Entwicklung einer weiteren Batteriezelle: In Deutschland und Europa sollen die Grundlagen für ein vollständiges Produktionsökosystem für Natrium-Ionen-Batterien entstehen.

Warum Natrium-Ionen interessant sind

Natrium ist weltweit gut verfügbar, vergleichsweise kostengünstig und geografisch gleichmäßiger verteilt als Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder Nickel. Damit kann die Technologie geopolitische Abhängigkeiten reduzieren und insbesondere dort interessant werden, wo nicht ausschließlich eine maximale Energiedichte entscheidet.

Eine frühere Studie der Fraunhofer FFB und der Universität Münster kam zu dem Ergebnis, dass Natrium-Ionen-Batterien insbesondere bei Anwendungen mit geringeren Anforderungen an die Energiedichte bereits kurz vor der industriellen Marktreife stehen. Weitere Materialoptimierungen könnten künftig auch den Einsatz in der Elektromobilität erweitern.

Natrium-Ionen-Batterien müssen deshalb nicht zwangsläufig als vollständiger Ersatz der Lithium-Ionen-Technologie verstanden werden. Ihre Stärke könnte vielmehr darin liegen, bestehende Zellchemien um eine Technologie zu ergänzen, bei der Rohstoffverfügbarkeit, Kosten, Sicherheit und Nachhaltigkeit stärker in den Vordergrund rücken.

Von der Forschung in die Großserie

SIB:DE ENTWICKLUNG umfasst elf Industrie- und 14 Forschungspartner und wird von EDAG Production Solutions koordiniert. Zum Konsortium gehören unter anderem mehrere Fraunhofer-Institute, KIT, RWTH Aachen, TU München, TU Braunschweig, VARTA Storage, Jungheinrich, GROB-WERKE, UniverCell und ZSW.

Im Mittelpunkt stehen großformatige, marktfähige Natrium-Ionen-Zellen, skalierbare Produktionsprozesse und die Recyclingfähigkeit. Das Projekt läuft von März 2026 bis Februar 2029 und wird mit 14,5 Millionen Euro gefördert.

Für Europa dürfte am Ende weniger die Frage entscheidend sein, ob die Natrium-Ionen-Technologie grundsätzlich funktioniert. Das Potenzial ist bereits umfangreich erforscht. Entscheidend wird sein, ob daraus eine wettbewerbsfähige industrielle Produktion entsteht. Gerade bei Lithium-Ionen-Batterien hat Europa erfahren, dass starke Forschung nicht automatisch zu einer führenden Position in der Zellfertigung führt. SIB:DE setzt deshalb bewusst bereits bei der Industrialisierung an und verbindet Zelltechnologie, Produktionstechnik und Skalierung.

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21.08.2026   |  

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