Die Bundesregierung bringt ein neues Förderprogramm für Elektroautos auf den Weg. Ziel ist es, den Umstieg auf klimafreundliche Mobilität insbesondere für Privatpersonen attraktiver zu machen – sozial gestaffelt, technologieoffen innerhalb klarer Klimakriterien und mit weniger Bürokratie als bisher.
Der Koalitionsausschuss hatte bereits im Oktober 2025 die Entwicklung eines neuen Fördermodells beschlossen. Ende November wurden die zentralen Eckpunkte festgelegt. Federführend ist das Bundesumweltministerium, das das Programm derzeit final ausarbeitet.
Fokus auf Neuwagen – Förderung ab Erstzulassung 2026
Gefördert werden Kauf und Leasing von Neuwagen der EU-Fahrzeugklasse M1, die erstmals in Deutschland zugelassen werden. Förderfähig sind:
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Rein batterieelektrische Fahrzeuge (BEV)
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Plug-in-Hybride (PHEV)
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Elektrofahrzeuge mit Range-Extender (REEV)
Für Plug-in-Hybride und REEV gelten zusätzliche Klimakriterien:
Entweder dürfen die CO₂-Emissionen maximal 60 g CO₂/km (Typgenehmigung) betragen oder die elektrische Reichweite muss mindestens 80 Kilometer erreichen.
Ob Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb künftig einbezogen werden, wird derzeit noch geprüft.
Start der Förderung: Antrag ab Mai 2026 – rückwirkend möglich
Förderfähig sind Fahrzeuge, die ab dem 1. Januar 2026 neu zugelassen werden.
Die Antragstellung soll ab Mai 2026 online möglich sein – und kann rückwirkend erfolgen. Entscheidend ist ausschließlich das Datum der Erstzulassung, nicht der Zeitpunkt der Bestellung oder des Kaufvertrags.
Einkommensgrenze: gezielte Förderung statt Mitnahmeeffekte
Das Programm richtet sich gezielt an private Haushalte mit mittleren Einkommen. Die Einkommensgrenze liegt bei 80.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen pro Jahr.
Für Familien erhöht sich diese Grenze:
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+5.000 Euro pro Kind (bis zu zwei Kinder)
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Maximal 90.000 Euro bei Haushalten mit zwei oder mehr Kindern
Die Berechnung erfolgt auf Basis des Durchschnitts der zwei zuletzt vorliegenden Steuerbescheide (maximal drei Jahre alt). Bei Paaren werden die Einkommen beider Partner zusammengerechnet – auch in eheähnlichen Lebensgemeinschaften.
Wie hoch fällt die Förderung aus?
Die Förderung ist sozial gestaffelt und unterscheidet zwischen rein elektrischen Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden bzw. REEV.
Rein batterieelektrische Fahrzeuge (BEV)
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Basisförderung: 3.000 Euro
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Zusätzlich für Familien: 500 Euro pro Kind (max. 1.000 Euro)
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Einkommensabhängige Aufstockung:
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+1.000 Euro bei Einkommen unter 60.000 Euro
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+2.000 Euro bei Einkommen unter 45.000 Euro
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➡️ Maximal bis zu 6.000 Euro Förderung
Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range-Extender
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Basisförderung: 1.500 Euro
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Ebenfalls sozial gestaffelt nach Einkommen und Kinderzahl
➡️ Maximal bis zu 4.500 Euro Förderung
Die vollständigen Fördertabellen sind Bestandteil der Förderrichtlinie und berücksichtigen Haushaltstyp, Einkommen und Fahrzeugart.
Leasing ausdrücklich eingeschlossen
Ein zentrales Novum: Auch Leasing wird vollwertig gefördert.
Die gleichen Förderbeträge und sozialen Staffelungen gelten wie beim Kauf. Voraussetzung ist, dass:
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das Fahrzeug auf den Leasingnehmer zugelassen ist
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eine Mindesthaltedauer von 36 Monaten eingehalten wird
Damit will die Bundesregierung sicherstellen, dass die Fahrzeuge tatsächlich im Alltag genutzt werden und keine kurzfristigen Weiterverkäufe erfolgen.
Finanzierung: 3 Milliarden Euro bis 2029
Das Förderprogramm wird aus dem Klima- und Transformationsfonds finanziert, gespeist unter anderem aus Einnahmen der CO₂-Bepreisung.
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Gesamtvolumen: 3 Milliarden Euro
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Laufzeit: 2026 bis 2029
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Geförderte Fahrzeuge: rund 800.000 (je nach Anteil von BEV und PHEV)
Weniger Bürokratie bei der Antragstellung
Die Antragstellung erfolgt einstufig nach Zulassung des Fahrzeugs – spätestens ein Jahr danach. Damit entfällt das bisher übliche zweistufige Verfahren.
Voraussichtlich benötigte Unterlagen:
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Kauf- oder Leasingvertrag
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Fahrzeugschein
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Zwei aktuelle Steuerbescheide
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Optional: Online-Identifikation per Personalausweis oder AusweisApp
Einordnung: Signal für Markt, Industrie und Verbraucher
Mit der neuen E-Auto-Förderung setzt die Bundesregierung ein klares Signal:
Der Fokus liegt auf Klimaschutz, sozialer Ausgewogenheit und einem starken Heimatmarkt für Elektromobilität. Besonders für Familien und Haushalte mit mittleren Einkommen könnte das Programm ab 2026 den entscheidenden Impuls für den Umstieg auf ein Elektroauto liefern.
Die finalen Details werden mit der Förderrichtlinie in den kommenden Monaten veröffentlicht.
