Optimale Autobahnstrecken für hochautomatisierte LKW in Deutschland

Der Einsatz hochautomatisierter Fahrzeuge (HAV, Highly Automated Vehicles) wird enorme Auswirkungen auf den Güterfernverkehr haben. Unklar ist allerdings noch, wo sich hochautomatisierte Nutzfahrzeuge anfangs am besten einsetzen lassen.

Ohne eine intelligente Planung könnten sie die Straßen verstopfen, die Umweltbelastung erhöhen und die Mobilitätsoptionen weiter einschränken. INRIX, ein führender Anbieter von Dienstleistungen für vernetzte Fahrzeuge und echtzeitbasierte Verkehrsanalysen, hat die Autobahnabschnitte in Deutschland ermittelt, auf denen sich ein frühzeitiger Einsatz des autonomen Güterverkehrs am schnellsten lohnen würde. Das Ergebnis ist eindeutig – die A3 zwischen Passau und Würzburg und die A5 zwischen Mannheim und Basel sind mit Abstand die am besten geeigneten Straßenabschnitte für erste Tests selbstfahrender LKW.

Mit Hilfe der Analyse von Daten Millionen vernetzter Fahrzeuge (PKW und LKW) auf der ganzen Welt kann INRIX wertvolle Erkenntnisse liefern, um den Einsatz automatisierter LKW auf öffentlichen Straßen vorzubereiten. Das INRIX „Automated Freight Corridor Assessment“ basiert auf einem systematischen, datengesteuerten Ansatz, um die bestgeeigneten Strecken auf deutschen Autobahnen zu ermitteln. Dabei wurden drei Faktoren herangezogen: Das Frachtvolumen (via INRIX Trips), das Stauaufkommen (via INRIX Roadway Analytics) und die Störungshäufigkeit (via INRIX Incidents).

Die 10 ertragreichsten Strecken für kommerzielle Zwecke

INRIX Research hat zunächst deutsche Autobahnabschnitte mit einer Länge von mehr als 160 Kilometern mit hohem Frachtaufkommen und geringem Stauverhalten analysiert und bewertet. Dabei wurde vorausgesetzt, dass sich automatisierte LKW am besten für den Einsatz auf längeren Fahrten ohne schwierige Verkehrsbedingungen (mit vielen Geschwindigkeitsänderungen, Staus oder Unfällen) eignen und sie auf diesen Strecken auch am wirtschaftlichsten sind. In Deutschland erwies sich dabei vor allem eine Route als eine gute Option für den Einsatz autonom fahrender LKW – sowohl aufgrund ihrer niedrigen Stauraten als auch wegen ihres hohen Frachtaufkommens und der Streckenlänge.

Die mit Abstand bestgeeignetste Strecke in Deutschland folgt der A3 von der österreichischen Grenze bis wenige Kilometer hinter Würzburg und weist eine Länge von rund 360 Kilometern auf. Auch die Strecke hinter der Grenze in Österreich ist stauarm. Der untersuchte Autobahnabschnitt steht sowohl hinsichtlich des Frachtaufkommens, der niedrigen Staurate als auch der Streckenlänge an erster Stelle des Rankings für Deutschland. Die restlichen neun Autobahnabschnitte weisen dagegen nur geringe Profilunterschiede auf und sind in Bezug auf ihre wirtschaftliche Rentabilität praktisch austauschbar.

Top 10 Strecken hinsichtlich der Sicherheit im Straßenverkehr

Für die Ermittlung der vielversprechendsten Strecken unter Sicherheitsaspekten analysierte INRIX Research Strecken mit hohen Vorfallsraten, auf denen der Einsatz hochautomatisierter LKW voraussichtlich am meisten Auswirkungen auf die Sicherheit hätte. INRIX wählte geeignete Autobahnabschnitte mit einer Länge von 160 Kilometern und der höchsten Anzahl plötzlicher starker Bremsvorgänge, auf denen der Einsatz neuer Technologien die Fahrer am besten unterstützen und am meisten zur Verringerung von Risiken beitragen würde.

Auch unter Sicherheitsaspekten erwies sich der Abschnitt der A3 von Österreich bis etwa 30 Kilometer hinter Würzburg als vielversprechend – sowohl aufgrund seines hohen Frachtaufkommens als auch aufgrund der hohen Vorfallsrate. So kommt es zum Beispiel auf der A3 etwa 50 Prozent häufiger zu Zwischenfällen im Verkehr als auf der M25, dem Ring um London.

Top 5 Korridore für den Ersteinsatz

Aufgrund des Arbeitskräftemangels und der damit verbundenen Erhöhung der Arbeitskosten ist Deutschland ein attraktives Land für den Einsatz autonomer LKW. Die EU schafft derzeit einen soliden Rechtsrahmen für die Einführung hochautomatisierter Fahrzeuge. Gleichzeitig werden die immer strengeren Umweltauflagen zu einer steigenden Anzahl an Modellwechseln führen. Zusätzlich wird die hohe Konzentration von Herstellern schwerer Nutzfahrzeuge den Einsatz neuer Technologien in Deutschland vorantreiben.

Deutschland hat hervorragende Startbedingungen für den autonomen LKW-Verkehr. Schon begrenzte Investitionen in die Automatisierung könnten bei strategischem Einsatz enorme Vorteile bringen. Nachfolgend sind die fünf Korridore aufgeführt, die sich unter Berücksichtigung des Frachtaufkommens, der Streckenlänge sowie der Stau- und Ereignisraten ideal für einen ersten Einsatz hochautomatisierter LKW eignen. Diese Abschnitte bieten dem öffentlichen und privaten Sektor die besten Aussichten, die Vorteile der Technologie frühzeitig zu nutzen – sowohl unter kommerziellen Gesichtspunkten als auch hinsichtlich der Erhöhung der Verkehrssicherheit. Zwei Straßenabschnitte zeichnen sich besonders aus – die A3 und A5 sind eindeutig die beiden bestgeeigneten Autobahnen für eine frühzeitige Einführung hochautomatisierter Fahrzeuge.

„Big-Data-Tools sind eine große Hilfe bei der Erforschung optimaler Einsatzszenarien für hochautomatisierte Fahrzeuge, sowohl für den öffentlichen als auch für den privaten Sektor. Mobilitätsdaten und -analysen sind umso leistungsfähiger, je mehr Faktoren in die Gleichung aufgenommen werden“, sagt Avery Ash, Head of Autonomous Mobility bei INRIX. „Datengestützte Analysen werden kommerziellen LKW-Betreibern und Straßenverkehrsbehörden den optimalen Einsatz hochautomatisierter Fahrzeuge ermöglichen, sowohl unter wirtschaftlichen als auch unter Verkehrsaspekten.“

Straßenverkehrsbehörden auf der ganzen Welt prüfen derzeit den Einsatz autonomer Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen. Umfassende Datenanalysen helfen hier sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor bei der strategischen Planung, um die Vorteile des autonomen Fahrens so nutzen zu können, dass sie Bürgern und Unternehmen gleichermaßen zu Gute kommt.

Den vollständige INRIX Automated Freight Corridor Report erhalten Sie unter http://www2.inrix.com/av-freight-study-2018.

Facebook
Twitter
LinkedIn

Das könnte Sie auch interessieren