Rückkehr aus der Dominikanischen Republik: Unbemannter DLR-Hubschrauber superARTIS meistert humanitäre Mission erfolgreich

Hilfsgüter mit einem unbemannten Hubschrauber in schwer zu erreichende Gebiete zu transportieren, war das Ziel einer zweiwöchigen Mission des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der Dominikanischen Republik.

Gemeinsam mit dem niederländischen Unternehmen Wings for Aid und dem World Food Programme (WFP) der Vereinten Nationen führten die Wissenschaftler verschiedene Flüge unter realistischen Einsatzbedingungen durch. Dabei lieferte der unbemannte Hubschrauber superARTIS (Autonomous Rotorcraft Testbed for Intelligent Systems) mit Nahrungsmitteln befüllte neuartige Kartonboxen aus.

In mehreren Szenarien erprobte das Projektteam das neu entwickelte Absetzkonzept, bei dem eine speziell dafür entwickelte Einwegbox aus Karton zum Einsatz kommt. Diese Boxen sind in der Herstellung kostengünstig und biologisch abbaubar. Beim Abwurf öffnen sich deren Seitenflächen von selbst, um so den Fall abzubremsen und zu stabilisieren. „Ziel der Missionen in der Dominikanischen Republik war es, die Einsetzbarkeit unseres Konzeptes vor Ort zu demonstrieren und Daten aus den Flugversuchen zu gewinnen, die wir in der Weiterentwicklung humanitärer Technologie für unbemannte Luftfahrzeuge berücksichtigen können“, erklärt DLR-Projektleiter Johann Dauer. „Es geht aber auch darum, die Akzeptanz der Bevölkerung und der für die Notfallversorgung zuständigen Behörden, die unsere Arbeit begleiteten, zu ermitteln.“

superARTIS liefert Nahrungsmitteln in potentiellen Krisengebieten aus

Die Flüge mit dem unbemannten Hubschrauber fanden deshalb in verschiedenen Regionen der Dominikanischen Republik statt. Diese Gebiete waren in der Vergangenheit bereits von Überschwemmungen betroffen, wodurch der Versorgungsweg zu den ansässigen Ortschaften abgeschnitten war. Hier simulierten die Wissenschaftler den Ernstfall: Der unbemannte Hubschrauber sollte den Salzsee Enriquillo über eine Distanz von sechs Kilometern automatisch überfliegen. Beladen war superARTIS dabei mit 20 Kilogramm Nahrungsmitteln wie High Energy Biscuits (HEB) und dem Nahrungsergänzungsmittel Progresina, die sicher und unbeschadet auf der anderen Uferseite abgeworfen werden sollten. Verschiedene weitere Missionen wurden im Gebiet Bajo Yuna im Norden der Insel durchgeführt.
Die Flugversuche waren für das Projektteam ein voller Erfolg: „Wir konnten alle Flüge erfolgreich und sicher durchführen“, berichtet Dauer. „Auch die Rückmeldung der Bevölkerung und der beteiligten Hilfsorganisation war sehr positiv.“ Im nächsten Schritt untersuchen die Wissenschaftler nun, wie sich diese neue Versorgungsmethode in die bestehenden Logistikstrukturen der humanitären Hilfe eingliedern lässt und bei welchen konkreten Einsatzfällen sie bestehende Lösungen ergänzt oder verbessert. Das Projekt als solches ist Teil eines Innovationsplans, der gemeinsam mit dem WFP Innovation Accelerators in München entwickelt wurde.

Die Nachweisführung für die Aufstiegsgenehmigung basierte auf den neuartigen Konzepten der Joint Authorities for Rulemaking on Unmanned Systems (JARUS), der sogenannten SORA (Specific Operation Risk Assessment). Im Gegensatz zu klassischen Nachweisverfahren, bei denen die Sicherheit eines Fluggeräts für den allgemeinen Betrieb nachgewiesen wird, steht bei der SORA der spezielle Anwendungsfall des unbemannten Luftfahrzeuges im Vordergrund. Es wird das Risiko abgeschätzt, das vom speziellen Anwendungsfall ausgeht und genau die passenden Maßnahmen ermittelt, um die Sicherheit dieser Anwendung zu garantieren. Die Genehmigung der Missionen in der Dominikanischen Republik stellt eine der ersten praktischen Anwendungen dieses Verfahrens dar.

www.dlr.de

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