Das Projektteam am Fraunhofer IWU, von links nach rechts: M.Eng. Christian Fritsch, Dr.-Ing. Rico Schmerler, Dr.-Ing. Thomas Hipke, M.Sc. David Löffler, Dipl.-Ing. Carsten Lies. Foto: Fraunhofer

Zweites Leben für Traktionsbatterien: Fraunhofer IWU entwickelt automatisierte Demontageanlage

Viele Traktionsbatterien haben nach ihrem Einsatz im Fahrzeug noch 70–80 % Restkapazität – zu wenig fürs Auto, aber ideal für stationäre Speicherlösungen in Haushalten, Unternehmen oder der Energiewirtschaft. Anstatt Altmodule zu schreddern, setzt das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU auf gezielte Reparatur und Wiederverwendung. Gemeinsam mit EDAG Production Solutions entsteht in Chemnitz eine automatisierte Pilotanlage zur schonenden Demontage ausgedienter Hochvoltbatterien.

Wertstoffe sichern, Kreisläufe schließen: Die innovative Anlage soll Batterien künftig bis auf Zellebene weitgehend zerstörungsfrei zerlegen. Ziel ist es, funktionstüchtige Module oder Zellen für neue Anwendungen wieder nutzbar zu machen – oder gezielt defekte Einheiten auszutauschen. Das reduziert nicht nur die Nachfrage nach neu produzierten Komponenten, sondern erleichtert auch das sortenreine Recycling wertvoller Rohstoffe wie Lithium oder Kobalt.

Automatisierung, KI und Fachkräftequalifizierung: Die neue Anlage arbeitet KI-gestützt, flexibel und sicher – auch bei unterschiedlichen Batterietypen. Ein integriertes Diagnosesystem prüft den Gesundheitszustand (SoH) der Batteriezellen und entscheidet über deren Weiterverwendung, etwa in stationären Speichern oder sogar in neuen Fahrzeugbatterien.

Darüber hinaus entsteht in Chemnitz eine zentrale Datenplattform zur Standardisierung von Demontage- und Recyclingprozessen. Sie soll nicht nur technische Erkenntnisse liefern, sondern auch zur Entwicklung neuer Berufsprofile beitragen – etwa an der Schnittstelle von Mechanik, Elektrotechnik und Informatik.

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03.09.2025   |  

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