EFA-S und Orten machen Elektro-LKW leichter und bauen europaweiten Service und Vertrieb auf

Um der Elektromobilität von LKW europaweit neue Impulse zu geben, haben die mittelständischen Unternehmen Elektro-Fahrzeuge Schwaben (EFA-S) und Orten eine exklusive Kooperation geschlossen. Orten, ein auf Leichtbau spezialisierter Hersteller von LKW-Aufbauten und Sonderfahrzeugen, wird dabei Partner von EFA-S, einem Spezialisten für die Umrüstung konventioneller Nutzfahrzeuge auf reinen Elektroantrieb.

Orten will künftig die von EFA-S entwickelten Antriebs- und Batteriekonzepte nutzen, um selbständig Elektronutzfahrzeuge umzubauen sowie einen internationalen Vertrieb und Service für die Fahrzeuge aufzubauen.

„EFA-S hat sich bisher auf deutsche Kunden konzentriert“, sagt Bastian Beutel, Geschäftsführer des Unternehmens, das seinen Sitz im württembergischen Zell hat. „Durch den europaweiten Vertrieb und Service weiten wir die Zahl der potenziellen Anwender unserer Lösungen deutlich aus.“ Ein weiterer, wesentlicher Teil der Partnerschaft sei ein Know-how-Transfer. „Wir werden Personal von Orten schulen und unseren Partner in die Lage versetzen, mit unserer Technik LKW elektromobil zu machen.“ Dafür wird EFA-S Orten alle relevanten Teile liefern. Für Beutel ergänzen sich beide Partner ideal: „Die Kooperation ermöglicht für Kunden eine optimal abgestimmte, ganzheitliche Lösung. EFA-S setzt die individuellen Wünsche und Bedürfnisse etwa hinsichtlich des Einsatzgebietes oder der Reichweiten um und Orten erfüllt mit seiner Fahrzeugexpertise alle logistischen Anforderungen der Kunden.“Bild EFA-S und Orten machen Elektro-LKW klein

An der Betreuung von Bestandskunden von EFA-S ändert sich durch die Partnerschaft nichts. „Wir haben gegenüber bestehenden Kunden wie dem Paketdienst UPS, für den wir schon mehr als 60 Paket-LKW umgebaut haben, individuelle Service- und Produktionsverpflichtungen übernommen, die wir selbstverständlich einhalten werden“, so Beutel. Daneben wird sich EFA-S vor allem auf die technische Weiterentwicklung seiner Antriebs-, Steuerungs- und Batteriemanagement-konzepte konzentrieren und sie auf weitere Fahrzeugtypen anwenden. Für die Produktion dieser Fahrzeuge führt EFA-S auch die Zusammenarbeit mit dem Automobillogistiker Mosolf fort, der im ehemaligen Fiat-Werk im badischen Kippenheim seit zwei Jahren die Kleinserienfertigung von E-Fahrzeugen nach Vorgaben von EFA-S übernommen hat. „Durch die Zusammenarbeit mit Orten wollen wir die Produktionskapazität und den Absatz nochmals erhöhen und gleichzeitig durch den gebündelten Einkauf Größenvorteile im Einkauf erzielen, etwa bei Batterien.“

Kernzielgruppe: LKW mit 7,5 bis 18 Tonnen Gesamtgewicht

„Mit unseren maßgeschneiderten, besonders leichten Aufbaulösungen sind wir in der Lage, den Nutzlastnachteil zu kompensieren, den E-LKW heute aufgrund der Batteriegewichte noch haben“, meint Robert Orten, Geschäftsführender Gesellschafter des Kooperationspartners. Das mittelständische Traditionsunternehmen mit Stammsitz in Bernkastel-Kues an der Mosel und einem weiteren Produktionsstandort in Sachsen ist einer der wesentlichen Lieferanten der Getränke- und Automobilindustrie, in der Leichtbauten aufgrund der hohen Transportgewichte Voraussetzungen für Wirtschaftlichkeit sind.

Gleichzeitig hat Orten 2012 den Geschäftsbereich Elektronutzfahrzeuge aufgebaut und ist Partner mehrerer ausländischer Anbieter von E-LKW. „Wir haben uns den Markt sehr genau angeschaut und können sagen, dass EFA-S mit seinen bewährten Lösungen für die Elektromobilität von LKW an der Spitze der weltweiten technologischen Entwicklung steht,“ so Orten. Der Diplomingenieur für Fahrzeugbau leitet die Unternehmensgruppe gemeinsam mit seiner Tochter Alexandra Orten, die als Marketingleiterin fungiert und ihren Schwerpunkt im Geschäftsbereich Elektronutzfahrzeuge hat. Beide sehen den Vertriebs- und Entwicklungsschwerpunkt für E-LKW in den nächsten Jahren auf Fahrzeugen mit Gesamtgewichten zwischen 7,5 und 18 Tonnen. Alexandra Orten: „Im innerstädtischen Verteilerverkehr wird die Nachfrage nach sauberen und leisen LKW stark steigen. Und statt ein neues Fahrzeug zu kaufen, ist es viel wirtschaftlicher, dafür einen bereits abgeschriebenen, aber noch voll einsatzfähigen LKW zu nutzen, den wir kunden- und einsatzspezifisch umrüsten.“

Die Umrüstung herkömmlicher Nutzfahrzeuge auf Elektroantrieb ist aus Sicht von Orten einerseits doppelt nachhaltig. „Sie ist ökonomisch und ökologisch, weil kein neues Fahrzeug produziert werden muss.“ Sie sei andererseits auch eine dauerhafte Nische für innovative Mittelständler. „Die großen Automobilhersteller werden über kurz oder lang leistungsfähige Elektro-PKW und -Transporter zur Verfügung stellen. Der LKW-Bereich lohnt sich jedoch für einen Massenhersteller nicht, weil die Anforderungen für diese Fahrzeuge gerade in der Elektromobilität je nach Einsatzzweck und Einsatzort so unterschiedlich sind, dass eine Standardisierung in großem Stil nicht möglich ist.“

www.orten.com
www.efa-s.de

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