eMove360° Testbericht: „Spiele Mozarts Zauberflöte“. Mit dem BMW iX3 in Salzburg

Mein Herz schlägt neuerdings für den BMW iX3. Rein äußerlich erinnert er – außer einigen signalblauen Zierelementen – fast eins zu sein an das Verbrenner-Modell, aber seine Elektrotechnik lässt keine Wünsche übrig. Für Fahrgenuss und die edle Ausstattung gibt es die Note eins. Das Rekuperationssystem verdient ein hervorragend. Richtig verliebt habe ich mich allerdings in die geniale Spracherkennung: Kein Auto versteht mich besser – von Männern ganz zu schweigen… Mit einem Kommunikations-Multitalent unterwegs nach Salzburg.

Text und Fotos: Sabine Metzger

DESIGN: UNDERSTATEMENT OHNE FUTURISTISCHEM KLIMBIM
So manche haben ihn sicher schon häufig durch die Straßen rauschen sehen – den BMW iX3 – doch vielleicht nicht als reinen E-SUV erkannt. Denn rein optisch unterscheidet er sich kaum vom X3 mit Verbrennungsmotor. Doch dahinter verbirgt sich die aktuelle Elektrotechnik des Münchner Autobauers, der mit dem BMW i3 und i8 bereits Pionier-Arbeit geleistet hatte und sich dann allerdings einige Jahre Zeit ließ, um mit dem iX3 einen rein elektrischen SUV auf dem Markt zu bringen. Allein der beinahe geschlossene Kühlergrill, die aerodynamischen Felgen und die blauen Heckblenden verraten, dass es sich hier um ein Elektroauto handelt. Und natürlich das „E“ im Kennzeichen. Wir testen noch das erste Modell, das mittlerweile von einem kleinen Facelift abgelöst wurde.

HINTERRADANTRIEB MIT BLAUEN SIGNALEN FÜR EMOBILITÄT
Auch Innen weisen die vielen blauen Zierelemente auf den Elektro-Charakter des iX3 hin. Ansonsten sieht es aus wie im Inneren jedes anderen BMW der Reihe aus. Schick und edel sind die verarbeiteten Materialien. Alles fasst sich ungemein hochwertig an. Die Technik, die hier verbaut ist, kommt auch in dem neuen Coupé i4 zum Einsatz, wie die Akkus, die über den ganzen Unterboden des BMW iX3 verteilt sind und eine 20 Prozent höhere Energiedichte besitzen als im i3. Sie verzichten außerdem auf seltene Erden. Weder Innenraum noch Ladevolumen leiden unter dem Akku-Paket im Fahrzeugboden. Platz ist auf jeden Fall mehr als genug – vor allem vorne, aber auch hinten sitzen zwei Personen sehr bequem. Der Kofferraum misst genau wie bei den Verbrennern zwischen 510 Liter und 1560 Litern. Ganz im klassischen BMW-Style treibt ein 286 PS starkes Aggregat die Hinterräder an.

Copyright: BMW GROUP

EIN KOMMUNIKATIVER ALLESVERSTEHER
Drücken, drehen, sprechen, touchen, mit dem Finger malen: Der BMW ix3 ist ein Allesversteher – ein wahres Multitalent in Sachen Kommunikation. Die Sprachsteuerung ist am gelungensten, finde ich. Ohne festen Befehl erkennt er ziemlich genau, was ich von ihm möchte. Ein Traum… Eine witzige Spielerei ist die Gestensteuerung: Male ich mit dem Zeigefinger einen Kreis nach rechts wird das Radio lauter, ein gemalter Kreis nach links, schwupp ist die Musik leiser.

DER BEGINN EINER LOVESTORY
Apropos leiser: Beim Druck auf den Startknopf surrt er lautlos, wie alle Elektroautos. Ein absolut entspannter Fahrgenuss beginnt. Die Sonne scheint vom weiß-blauen Himmel. Es ist Samstag. Wir möchten mit dem Testauto nach Salzburg. Die beliebte Reiseroute Richtung Süden, die A8, zeigt ihr gewohntes Bild für ein Wochenende mit Ferienstart in einigen Bundesländern. Phasenweise geht es nur im Schritttempo. Egal, wir versüßen uns die Fahrt mit Musik. Mozart – zur Einstimmung auf seine Geburtsstadt Salzburg. „Spiele Mozarts Zauberflöte“. Mein Wunsch scheint Befehl zu sein. Es erklingt die Arie der Königin der Nacht. Ab Rosenheim ist freie Fahrt. Bei 286 PS, die die Hinterachse antreiben, läuft die Beschleunigung aus dem Stand in knapp sieben Sekunden auf 100 Kilometer/h mehr als flockig. Ab 180 Kilometer/h ist er abgeregelt.

Copyright: BMW GROUP

BOXENSTOPP: IONITY-SCHNELLLADESTATION SAMERBERG
BMW ist Teilhaber des Schnellladenetz-Anbieters Ionity und lässt seine Kunden einheitlich für 29 Cent „tanken“. Also hängen wir den iX3 kurz an die IONITY-Säule am Samerberg und genieße einen Espresso und die Aussicht auf die Voralpen. Nötig wäre es noch lange nicht. Der Verbrauch liegt im Test mit etwa 20 kWh nur knapp über der Werksangabe von 18 bis 19 kWh. BMW gibt die Reichweite im Schnitt mit 450 Kilometer an. In der Praxis sollte man mit weniger kalkulieren. Die Anzeige im Auto ist verlässlich. An Schnellladesäulen tankt der BMW iX3 innerhalb von zehn Minuten Energie für weitere 100 Kilometer. Unter Idealbedingungen lädt der Akku 80 Prozent in 34 Minuten.

EXZELLENTE ENERGIERÜCKGEWINNUNG
Neben seinen Vorzügen als Allesversteher, begeistert mich der BMW iX3 mit seiner besonders ausgeklügelten Energierückgewinnung. Dank adaptiver Rekuperation, die die Daten des Navigationssystems und der Fahrzeugsensoren einbezieht, lässt sich Energie sparen. Das clevere System sieht die Strecke vorher, anaylysiert den Verkehrsfluss und stimmt darauf die Fahrweise ab. Smart erkennt es beispielsweise, dass sich mein iX3 einer Kreuzung nähert oder einem Streckenabschnitten mit Tempolimit. Schaltet die Ampel von Grün auf Rot oder wird der Blinker gesetzt, wird die Rekuperation eingeleitet, um vor der Ampel oder Kurve die Energierückgewinnung zu nutzen. In Kombination mit dem adaptiven Tempomaten reduziert der BMW iX3 sogar vor Landstraßenkurven die Geschwindigkeit selbst. Übrigens: Wer das „One-Pedal“Gefühl nicht missen will, der kann die einsetzende Bremswirkung beim Heben des Fußes vom Gaspedal weiter nutzen. Der Rekuperationsgrad lässt sich individuell in drei Stufen einstellen.

AKKULADEN IN DER MOZARTSTADT SALZBURG
Die nächste Ausfahrt ist Salzburg Mitte. Ein Kreis im Uhrzeigersinn gemalt und schon erfüllt Papageno lauthals den BMWiX3 bis wir schließlich das Hotel & Villa Auersperg erreichen. Das privat geführte Boutiquehotel im Andrä-Viertel verfügt über eine Ladestation für Elektroautos und ist unser Hideaway für die Nacht. Nach dem Einchecken schlendern wir durch den Mirabellgarten ins Café Bazar, um auf der Terrasse bei einer Mélange und einem Marillenfleck den Blick hinüber zur Altstadt und die Festung Hohensalzburg zu genießen. Danach bummeln wir durch die berühmte Getreidegasse, besorgen eine Großpackung Mozartkugeln und halte ehrfürchtig vor Mozarts Geburtshaus inne. Hinter dem Domplatz führt eine schmale Gasse hinauf zum Gastgarten des Stieglbräus zu wunderbar knusprig gebratenen Schnitzel und kühlem Bier. Nach einem ausgiebigen Bio-Frühstück am Sonntag lockt der Kapuzinerberg unweit vom Hotel mit seinen verwunschenen und aussichtsreichen Wegen zum Kloster und zum Paschinger Schlössl. Kultur und Wandern machen hungrig: Zeit für Salzburger Nockerl im Sacher Grill und Zeit für den Abschied. „Fahre uns nach München“… Zielsicher biegt der iX3 auf die Autobahn Richtung München – er versteht mich eben! Was in diesem Fall fast schade ist.

Copyright: Hotel&Villa Auersperg

Übernachtungstipps mit Ladeinfrastruktur

» Hotel & Villa Auersperg, www.auersperg.at

» Hotel Schloss Leopoldskron, www.schloss-leopoldskron.com

» Schlosswirt zu Anif, www.schlosswirt-anif.at

» Alle drei Häuser sind Mitglieder der Schlosshotels & Herrenhäuser, www.experiencecharacter.com

 

Diesen und weitere Beiträge zum Thema Mobilität 4.0 elektrisch-vernetzt-autonom finden Sie im druckfrischen eMove360° Magazin. Kostenloses Download-PDF.

Please follow and like us:

16.09.2021   |  

Das könnte Sie auch interessieren