Innovationsführerschaft: BMW Group plant bis 2025 über 30 Milliarden Euro für Technologien der Zukunft

München. Die BMW Group geht die Transformation der Automobilindustrie mit großer Zuversicht an und investiert umfassend in Forschung und Entwicklung, um für ihre Kunden die Mobilität der Zukunft zu gestalten.

Mit Blick auf die Ausbreitung des Coronavirus betonte der Vorsitzende des Vorstands der BMW AG, Oliver Zipse, am Mittwoch in München: „Solidarität und verantwortungsvolles Handeln sind das Gebot der Stunde. In unserer Gesellschaft ist es die Aufgabe der Starken, die Schwachen zu schützen. Deswegen unterstützt die BMW Group die Maßnahmen, mit denen die Verbreitung des Coronavirus gebremst werden soll, umfassend.“ Der absehbaren Entwicklung der Nachfrage auf den weltweiten Automobilmärkten begegnet die BMW Group mit einer frühzeitigen Anpassung ihrer Produktion. Dabei nutzt das Unternehmen sein breites Spektrum an Flexibilitätsinstrumenten.

Manfred Schoch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der BMW AG, hob die gemeinsam zwischen Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat vereinbarten Regelungen hervor: „Besonders in Zeiten einer Krise, wie wir sie derzeit erleben, möchte der Gesamtbetriebsrat der BMW AG der Belegschaft eine klare Orientierung geben. Das oberste Ziel ist dabei: Die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen sowie deren Arbeitsplätze und Einkommen abzusichern. Dazu hat der Gesamtbetriebsrat drei wichtige Instrumente vereinbart: Das flexible BMW Arbeitszeitkonto, die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten sowie die aktuelle betriebliche Regelung zur Kurzarbeit. Diese regelt, dass das Nettoeinkommen eines Tarifmitarbeiters bei BMW auch bei Kurzarbeit mindestens 93% des üblichen Niveaus beträgt. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit diesen drei Instrumenten unsere Belegschaft sinnvoll und sicher durch diese Corona-Krise steuern.“

Zipse sagte weiter: „Wir nehmen unsere Verantwortung im doppelten Sinne wahr: Wir stellen den Schutz und die Gesundheit unserer Mitarbeiter sicher und gewährleisten gleichzeitig eine bestmögliche Balance für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Denn es gibt eine Zeit während Corona und eine Zeit nach Corona. Damit unterstreichen wir: Die BMW Group ist flexibel und reaktionsstark.“

„Neue Technologien sind der Schlüssel zur Zukunft der Mobilität. Bis 2025 nehmen wir mehr als 30 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung in die Hand, um unsere Rolle als Innovationsführer weiter auszubauen. Das ist auch Ausdruck unserer Zuversicht für die zukünftige Geschäftsentwicklung“, betonte Zipse. „Von entscheidender Bedeutung ist dabei die Fähigkeit, unterschiedlichste Technologien in ein Gesamtsystem zu integrieren: Wer Hardware und Software gleichermaßen beherrscht und zusammenführt, wird nachhaltig die Zukunft des Automobils gestalten. Wir sehen uns hier ganz klar auf der Überholspur.“

Hausaufgaben für Transformation frühzeitig erledigt

Für die Zukunft zahlen sich die frühzeitigen strategischen Weichenstellungen des Unternehmens aus und verschaffen der BMW Group einen klaren Wettbewerbsvorteil in einer für die gesamte Branche entscheidenden Phase des Wandels. „Wir haben in den relevanten strategischen Feldern frühzeitig unsere Hausaufgaben gemacht und wollen unseren Wettbewerbsvorteil nutzen, um uns vom übrigen Branchentrend abzuheben“, sagte Zipse weiter.

Frühzeitig hat sich das Unternehmen etwa mit der konsequenten Elektrifizierung seiner Modellpalette auf die neuen CO2-Ziele vorbereitet, mit Performance > NEXT bereits 2017 die Grundlagen für mehr Effizienz und eine stärkere Leistungsseite gelegt und in den vergangenen acht Jahren 46.000 Mitarbeiter im Bereich Elektromobilität geschult. Mit Blick auf die steigende Bedeutung von Software-Know-how hat die BMW Group bereits 2018 das IT-Joint-Venture Critical Techworks gegründet, um sich die entsprechenden Kompetenzen und Talente zu sichern. Die BMW Group selbst gehört in Deutschland zu den größten IT-Arbeitgebern. Allein 5.300 Mitarbeiter sind zum Thema Data-Analytics geschult worden. Auch den Zugang zu Rohstoffen für die Elektromobilität hat das Unternehmen strategisch abgesichert – ab diesem Jahr kauft die BMW Group Kobalt und Lithium selbst ein und stellt sie ihren Lieferanten für Batteriezellen zur Verfügung.

Gleichzeitig ist die BMW Group überzeugt, dass der konsequente Fokus auf die Bedürfnisse der Kunden und die dazu erforderlichen Innovationen ein entscheidendes Erfolgskriterium bleibt. Dazu intensiviert das Unternehmen nochmals die Anstrengungen beim Ausbau seiner Kompetenzen für zukünftige Technologiefelder.

Klares Bekenntnis der BMW Group zu CO2-Zielen

Die BMW Group arbeitet kontinuierlich daran, die CO2-Emissionen ihrer Neuwagenflotte zu senken. Das Unternehmen ist seiner freiwilligen Selbstverpflichtung immer gerecht geworden und wird auch in diesem Jahr das vorgegebene CO2 Flottenziel seiner europäischen Neuwagenzulassungen erreichen. Dieses liegt um rund 20% unter der Vorgabe aus dem Jahr 2019. Dieser Schritt soll zu einem Drittel mit weiteren Verbesserungen der konventionellen Antriebe und zu zwei Dritteln mit dem Zuwachs von elektrifizierten Fahrzeugen erreicht werden. So bilden der frühe Einsatz von Efficient Dynamics-Technologien seit 2007 und die weiter voranschreitende Elektrifizierung von Fahrzeugen zusammen die Grundlage, um künftige, gesetzlich vorgegebene CO2- und Verbrauchsgrenzwerte zu erfüllen.

Schon heute ist die BMW Group als Pionier der Elektromobilität ein führender Anbieter von elektrifizierten Fahrzeugen und baut ihr Angebot weiter signifikant aus. Ende 2021 will das Unternehmen mehr als eine Million Fahrzeuge mit vollelektrischem oder Plug-in-Hybrid-Antrieb auf die Straße gebracht haben. Dann wird die BMW Group fünf vollelektrische Serienfahrzeuge anbieten: Neben dem BMW i3, dessen Nachfrage das sechste Jahr in Folge zulegte, startete Ende 2019 im Werk Oxford die Produktion des vollelektrischen MINI Cooper SE*. Dieses Jahr folgt im Werk im chinesischen Shenyang der BMW iX3 und 2021 dann der BMW iNEXT sowie der BMW i4, die in Dingolfing bzw. im Werk München gefertigt werden – alle werden mit der fünften Generation des elektrischen Antriebs ausgestattet sein.

Nächste Generation BMW 7er kommt auch vollelektrisch

Ein weiterer Meilenstein wird in der Folge die kommende Generation des BMW 7er. Auch das Flaggschiff der Marke BMW bietet den Kunden die „Power of Choice“ und wird mit vier unterschiedlichen Antriebsarten verfügbar sein: als hocheffizienter Diesel oder Benziner sowie als elektrifizierter Plug-in-Hybrid und erstmals als vollelektrisches BEV-Modell, ebenfalls mit der fünften Generation des elektrischen Antriebs. Damit unterstreicht die BMW Group ihren Anspruch, für jeden Kunden die passende Technologie für nachhaltigere Mobilität im Angebot zu haben.

2023 wird die BMW Group bereits 25 elektrifizierte Modelle auf der Straße haben – mehr als die Hälfte wird dabei vollelektrisch sein. Grundlage dafür sind die intelligenten Fahrzeugarchitekturen, durch die ein Modell vollelektrisch, als Plug-in-Hybrid oder mit einem Verbrennungsmotor angetrieben werden kann, sowie ein hochflexibles Produktionssystem. Damit kann das Unternehmen die jeweilige Marktnachfrage optimal bedienen und seinen Kunden die Wahlmöglichkeit – die Power of Choice – zwischen den verschiedenen Antriebsarten anbieten. Bis 2021 soll sich der Absatz elektrifizierter Fahrzeuge gegenüber 2019 bereits verdoppeln. Bis 2025 rechnet die BMW Group dann mit einer steilen Wachstumskurve: Jahr für Jahr soll der Absatz der elektrifizierten Fahrzeuge um durchschnittlich über 30 Prozent steigen.

Hohe Vorleistungen für Zukunft der Mobilität

Auf diesem Weg in die Zukunft der Mobilität wurden im Berichtszeitraum erneut substantielle Vorleistungen getätigt. Die Kosten für Forschung und Entwicklung nach IFRS lagen 2019 bei 5.952 Mio. € und damit deutlich über dem Vorjahreswert (5.320 Mio. € / +11,9%). Der hohe Anteil an elektrifizierten Fahrzeugen trägt zudem zu höheren Herstellkosten bei. Wechselkurseffekte und höhere Rohstoffpreise wirkten ebenfalls dämpfend auf das Ergebnis. Die Investitionen in Sachanlagen und übrige immaterielle Vermögenswerte stiegen 2019 aufgrund der erstmaligen Bilanzierung von Nutzungsrechten entsprechend IFRS 16 auf 5.650 Mio. € (2018: 5.029 Mio. € / +12,3%). Im Wesentlichen wurden die Investitionen getätigt im Zusammenhang mit der Fortführung der Modelloffensive sowie der Modernisierung und Flexibilisierung der Werksstrukturen.

 

30.04.2020   |  

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