Stadtregierung Tokio forciert Wasserstoff-Wirtschaft

Die Stadt Tokio will über 45 Milliarden Yen (330 Millionen Euro) für den Bau von Wasserstoff-Tankstellen und Subventionen für H2-Elektroautos bis Olympia 2020 ausgeben. Der Plan gehört zu einer nationalen Strategie, Wasserstoff als neuen Energieträger zu fördern.Bild Stadtregierung Tokio forciert klein

Subventionen für Tankstellen

Konkret sollen mit dem Geld unter anderen 35 Wasserstoff-Tankstellen für Brennstoffzellenfahrzeuge entstehen. Das erklärte Makoto Fujimoto, Planungschef in der Energieabteilung der Stadtregierung. Durch die Übernahme von 80 Prozent der Baukosten wäre eine Wasserstoff-Tankstelle nicht teurer als eine Benzin-Tankstelle.

Hinter dem Vorhaben stecken mehrere Absichten. Zum einen will Japan die Olympischen Spiele im Jahr 2020 nutzen, seine modernsten Technologien der Welt vorzuführen. In fünf Jahren sollen daher mindestens 6.000 Brennstoffzellen-Fahrzeuge auf den Straßen von Tokio unterwegs sein. Auch das Olympische Dorf wird möglicherweise mit Hilfe von Wasserstoff “betrieben”

Zuschüsse für H2-Fahrzeuge

Käufer erhalten Subventionen von bis zu 3 Millionen Yen (22.000 Euro), davon 2 Millionen Yen von der Zentralregierung und 1 Million Yen von der Stadtregierung. Zum anderen will die Stadt Tokio die Chance nutzen, den Busverkehr in das 21. Jahrhundert zu katapultieren. Toyota hat soeben seinenn Brennstoffzellen-Bus in Betrieb genommen.

Vergangene Woche wurde das erste Brenstoffzellen-Auto “Mirai” (Zukunft) an Regierungschef Shinzo Abe ausgeliefert. Toyota hat bereits 1.500 Bestellungen für den Mirai erhalten, davon 60 Prozent von staatlichen Stellen, und will die bisher auf 400 Stück pro Jahr begrenzte Produktion hochfahren.

Wasserstoff als Energieträger

Der 60-jährige Politiker durfte den Mirai für eine kurze Fahrt vor seinem Amtssitz ausprobieren und verkündete danach, alle Ministerien und halbstaatlichen Agenturen sollten dieses Fahrzeug benutzen. Vor kurzem hatte seine Regierung in einem Weißbuch den Aufbau einer Wasserstoff-Gesellschaft versprochen

Laut einem Bloomberg-Bericht zahlt Japan täglich 10 Milliarden Yen für den Kauf von Erdgas, das den Ausfall der verbliebenen 48 Atomkraftwerke größtenteils ersetzen muss. Würde Japan auf Wasserstoff aus der Elektrolyse von Meerwasser mit Hilfe von erneuerbaren Energie setzen, könnte es sich verstärkt selbst versorgen.

Quelle: www.japanmarkt.de

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