Meine Meinung: Das Elektroauto und die Balance

Was hat das Elektroauto mit Balance zu tun? Sehr viel! Es entscheidet, ob wir fahren oder stehen. Das bezieht sich jetzt nicht nur auf das Auto, sondern auch auf unsere weitere Mobilität.Bild Beitrag

Die Sonne und den Wind haben wir noch länger … und das Öl ist zu schade, dass wir es an die Mobilität verschwenden. Unabhängig davon, dass wir bei der Förderung von Öl sehr große Regionen gewaltig verschmutzen, brauchen unsere Kinder und Enkelkinder es dringend für wichtigere Sachen: Medizinprodukte und andere Gegenstände des Lebens, die man nur mit Kunststoff fertigen kann. Die Verbrennung von Öl, das wissen wir, ist für die Umwelt und somit für uns nicht gut. Unser “Raubbau” hat in der Natur ein gewaltiges Ungleichgewicht geschaffen. Bald 9 Milliarden Menschen wollen versorgt werden und der größte Teil von ihnen kämpft ums Überleben … doch in unserem Land wollen wir immer noch mehr Luxus!

Die Autos werden immer größer und Sport Utility Vehikel genannt, abgekürzt SUV. Hier steht der Spaß und der Verbrauch im Vordergrund. Wir werden einerseits bestraft, wenn wir im Suff fahren, andererseits belohnt, wenn wir mit dem SUV fahren, da wir der Ölindustrie höhere Gewinne bereiten.

Wir haben den CO2 Verbrauch in Deutschland erhöht, obwohl wir ihn für die Natur und auch für uns deutlich senken wollten!

Aber nun zurück zu dem Elektroauto.

Jeder von Ihnen, der ein Auto mit Verbrennungsmotor besitzt, hat damit auch ein Hybrid-Fahrzeug. Sie können das mit guten Gewissen von Ihren Auto sagen. Warum? Ganz einfach: Sie haben einen elektrischen Anlasser, einen elektrischen Scheibenwischer und vieles mehr. Das herkömmliche Auto wird mittlerweile sehr stark von elektrischen Komponenten bestimmt. Aber warum ist ihr Auto dann nicht von der Steuer befreit? Ich fahre ein Elektroauto aus dem Jahr 1996 und zahle PKW Steuer. Sie werden sich fragen, warum? Ich mich auch.

Ich habe in der Regierung in Berlin und München schon mindestens 10 Beamte beschäftigt, mir hierzu einen nachvollziehbaren Grund zu nennen. Es kam für mich keine überzeugende Antwort. Aber es ist in der Praxis noch viel schlimmer. Ein Smart oder ein 106er Peugeot mit einem Verbrennungsmotor zahlt 20 Euro KFZ- Steuer im Jahr. Ich habe keinen Verbrennungsmotor und zahle 39 Euro. Sie werden über den Betrag lachen, da bei den meisten Verbrennungsmotoren viel mehr an Steuer zu zahlen ist. Ich aber ärgere mich schon über diese 39 Euro. Meine Bekannte fährt einen elektrischen Citroen Berlingo und zahlt dafür sogar 49 Euro. Also knapp das 2 1/2 -fache von dem Smart als Benziner.

Es zeigt eigentlich, dass die Elektroautos bei uns nicht willkommen sind.

Die Industrie und die Politik haben beschlossen, uns diese Freiheit nicht zu gönnen. Bei unseren Nachbarn innerhalb Europas bekommen Sie bei dem Kauf eines Elektroautos eine Unterstützung von 7 000 Euro, und in Japan und Amerika fast das Doppelte.

Uns wird jedoch die Freude am Fahren mit einem Elektroauto ganz ordentlich genommen.

Warum ich trotzdem elektrisch fahre? Ganz einfach, ich bin ein Querulant. Mein Bestreben ist die Unabhängigkeit. Sie werden sagen: ich bin zwar nicht mehr abhängig vom Sprit, aber jetzt vom Strom. Richtig: ich kann aber entscheiden, wem ich den Strom abkaufe! Entweder Eon oder den Landwirten mit den Solaranlagen auf den Dächern. Ich habe selber “noch” keine. Aber das kann sich schnell ändern, wenn es notwendig wird. Jetzt stellen Sie sich vor: Sie haben eine 4 KW Solaranlage auf dem Dach und können damit 15.000 km zum 0 Tarif fahren. So Null ist es ja gar nicht, sagen sie: die Solaranlage kostet doch auch etwas.

Richtig, aber sie bekommen damit längerfristig Unabhängigkeit. Was für ein Gewinn! Zur Zeit gibt es noch wenig Elektroautos und wir, die bereits eines fahren, haben den größten Vorteil! Da die Regierung ordentlich durch die Spritautos verdient, wird sie diese Steuer später bei einem Anwachsen der Elektroautos sicher auch für diese erheben. Die Stromindustrie ist bestrebt, einen eigenen Strom für Elektromobilität zu schaffen. Den Strom einzufärben ist bisher nicht gelungen. Wenn Sie jetzt an Yello Strom denken, so ist der keineswegs gelb und auch der grüne Strom des Nachbarn hat nicht die Farbe Grün.

Also was würden Sie machen, um die etwa 6-fache Kostenersparnis des Elektroautos gegenüber herkömmlichen Fahrzeugen einzugrenzen? Eine Maut verlangen? Ja, das könnte gehen. Da diese E-Autos aber nur für Kurzstecken benützt werden, bringt es dem Staat nicht so sehr viel. Da jedes Elektroauto einen Stecker für die Stromaufnahme benötigt, wird versucht, durch geschickte Normierungen dieses Steckers den Verbraucher in eine Abhängigkeit zu bringen. Der deutsche siebenpolige Normstecker weist einige Schwachstellen auf. Deshalb möchten die anderen europäischen Länder ihre eigenen, weiterentwickelten Stecker durchsetzen. Auch ich habe im Kindergarten immer die besten Sachen gehabt, die ich dann verteidigt habe.

Weil ich gerade im Kindergarten bin, zeige ich ihnen auch gleich ein anderes Problem auf: Wer von uns hat nicht im Kindergarten mit Autos gespielt, ohne ein BrumBrum-Geräusch zu machen? Damit ist eine tiefe Prägung verbunden, die die Neigung zu einem geräuschvollen Verbrennungsmotor fördert. Die Politik sucht schon nach einem Geräusch für die Elektroautos. Ob man die dann auch für die elektrischen Spielautos übernehmen kann, ist hier die Frage.

Bei Forschungsaufträgen soll uns vermittelt werden, dass Steuergelder sinnvoll eingesetzt werden.

So gab es beispielsweise auch einen Forschungsauftrag an das Frauenhof-Institut, um zu erforschen, wie man in einem Elektroauto Radio hören kann. Ich konnte es nicht glauben, da ich in einem geliehenen Elektroauto von 1990 bereits Radio hören konnte. Da erscheint es fast schon peinlich, überhaupt so einen Forschungsauftrag zu vergeben.

Fahrer von Elektroautos haben übrigens ein ganz anderes Fahrverhalten! Es ergibt sich daraus, dass man nicht so weit kommt, wenn man zu schnell fährt. So fährt man vorausschauend, um weniger Energie zu verbrauchen. Man gleitet durch die Gegend und rast nicht. Die Batterien sind sonst schnell leer und man muss lange Ladezeiten in Kauf nehmen.

Die steigende Anzahl an Forschungsprojekten soll uns auch vorgaukeln, dass in Deutschland im Bereich der Elektromobilität nichts versäumt wurde und wir wieder die Besten sein werden. Auch wenn die großen Autokonzerne große Forschungsgelder zur Verfügung haben, um das Elektroauto neu zu erfinden, passiert nicht viel! Für ein relativ teures E-Auto sind vor allem die Batterien schuld, heißt es. Doch bedenken Sie bitte folgendes: 90 % der Fahrten sind im Deutschland unter 50 km und die Industrie will uns weismachen, dass wir mindestens 300 km Reichweite brauchen. Ich erforsche es seit 6 Jahren täglich und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Reichweite von 100 Km ausreichend ist. Um 300 km Reichweite zu erreichen, steigt der Anschaffungspreis um mindestens 15000 Euro, ohne dass der erhöhte Batterieaufwand im Nachhinein ausreichend genutzt wird, abgesehen von dem bedeutend höheren Fahrzeuggewicht. Sicher brauche ich von Zeit zu Zeit einen Wagen, um größere Stecken zurück zu legen. Aber für die paar Male hole ich mir gerne einen Verbrenner vom Verleih. Bei mir ist es in der Summe günstiger, das so zu machen. Bei Ihnen ist es bestimmt anders, sagen sie. Aber Sie haben es glaube ich noch nicht im Detail angesehen. Sie können selbst diese Rechnung erstellen oder ich kann Ihnen dabei helfen. Auch im Internet gibt es solche Programme, die das nach Ihren Angaben berechnen.

Man muss nur darauf achten, dass es kein Programm der Ölindustrie ist, denn da kommt bestimmt kein großer Vorteil zu Gunsten des E-Autos heraus. Beziehen Sie bei der Gesamtrechnung die für 10 Jahre wegfallende Steuer für Elektroautos mit ein. Sie müssen sehr stark vergleichen, denn manche Versicherungen sind unverschämt teuer. Und was auch wichtig ist, da im Elektroauto wenige Komponenten verbaut sind, entstehen fast keine Reparaturen. Kein Auspuff, damit keine ASU, und minimaler Verschleiß an den Bremsen. Ich bin erst vor kurzem entsetzt gewesen, da bei meinem Elektroauto aus dem Jahr 1996 die hinteren Bremsen versagt haben. Der Grund hierfür waren nicht abgefahrene, sondern abgefallene Bremsbeläge. Die Verklebung hat sich nach 17 Jahren (!) gelöst. Die Beläge waren wirklich kaum benützt, aber abgefallen!

Der Elektromotor wird beim Reduzieren der Fahrgeschwindigkeit zum Generator, dabei wird die Bremsenergie teilweise für das Zurückladen der Energie in die Akkus verwendet. Man spricht dann von Rekuperation. Das ist an sich nichts Neues, das gab es immer schon. Aber der Forschungsauftrag hierzu war eben sehr lukrativ.

Wenn ein Landwirt Subventionen bekommt, dass er seine Wiese nicht mehr mäht, wird er die Wiese solange nicht mähen, wie die Subventionen höher sind als der Ertrag.

Die Ölindustrie beeinflusst ganz gezielt, welche Meinung in der Öffentlichkeit in Bezug auf die Elektromobilität bestehen soll.

Der ADAC hat sich auch von der Industrie beeinflussen lassen und hat jetzt einen immensen Schaden, da er seine Unabhängigkeit verspielt hat. Vertrauen ist mühsam zu bekommen, aber ganz schnell verspielt. Auch ich überlege, aus dem manipulierten Automobilclub auszutreten. Er hat mich sehr enttäuscht! Obwohl ich es schon lange gespürt habe, wollte ich es einfach nicht glauben. Ich bin jetzt noch dabei, aber so wie es aussieht wollen auch die keine Veränderungen. Auch die Banken haben aus ihren Fehlern nicht gelernt.

Also, was kann Deutschland machen, um den Rückstand bei der Elektromobilität gegenüber dem Ausland aufzuholen. Das Ausland hat mittlerweile einen Vorsprung von ca. 15 Jahren.

Bereits 1990 und 1996 war in Europa die Elektromobilität groß im Gespräch. Hier sind schon viele Forschungsaufträge von der Regierung vergeben worden.

Nach anfänglichen Erfolgen wurde jedoch die weitere Elektromobilität aus wirtschaftlichen Gründen seitens der Industrie verhindert. Wir müssen nach meiner Meinung komplett umdenken, um aus dieser Sackgasse zu kommen! Sie halten das für unmöglich? Das befürchte ich auch. Ich habe jedoch folgenden Vorschlag:

Stellen sich vor, ihr “geliebter” Wagen bekommt ein elektrisches Herz verpasst und das noch bezuschusst. Der stinkt dann nicht mehr, lärmt nicht mehr und ist im Unterhalt erschwinglich. Und für die langen Strecken holen sie sich einfach einen Wagen mit einem Verbrennungsmotor. Dann hätten wir in einer kurzen Zeit unser CO2 Ziele schnell erreicht. Oder wenn die Industrie bei ihrem “geliebten” Wagen ein zweites Herz in die hinteren Räder versteckt, sodass ihr Wagen immer noch zu fahren ist, auch wenn ein Antrieb mal versagt, das wäre doch sinnvoll. Leider haben da die Industrie und die Politik schon mal einen Riegel vorgeschoben. Umbauten dürfen nur bei alten Autos erfolgen und das rentiert sich oft nicht mehr, des Rostes wegen.

Spüren Sie den Ansatz, der sich dahinter verbirgt: es ist die Angst, dass beim Elektroauto einfach zu wenig kaputt geht, zu wenig Teile verbaut sind und dass das Auto einfach zu lange hält. Wollen Sie wissen, warum ich ein Elektroauto fahre? Ich fahre es der Umwelt zuliebe und besonders aus dem Gedanken der Unabhängigkeit.

Wir in Deutschland wissen schon nicht mehr, wie wir unser Überangebot an Strom unterbringen können. Ich lade mein Elektroauto in der Nacht zwischen ein und sieben Uhr. In dieser Zeit ist der Strom im Überfluss da und der wird für mich nicht extra produziert! Wenn sie dann sagen, ich fahre mit dem dreckigen Kohlestrom, dann frage ich sie, wie Ihnen Ihr Schweinebraten mit diesem dreckigen Strom schmeckt? Im übrigen, wenn ich den Strom in diesem Zeitraum nicht hernehme, wird er nach Österreich verschenkt. Wenn man schon die Umwelt bei der Stromproduktion verschmutzt hat, ist es doch sinnvoll ihn auch selber zu verbrauchen und nicht zu verschenken. Und wenn ihr Arbeitgeber ihnen eine Steckdose mit Zähler im Betrieb zu Verfügung stellt, können sie den vielen Solarstrom während der Mittagszeit nutzen. Der Chef kann es Ihnen vom Lohn abziehen, was die Lohnnebenkosten senken würde, die viel zu hoch sind. Sie würden mehr von Ihrem Lohn haben. Aber vermutlich nur bis zu dem Zeitpunkt, bis entsprechend viele das machen wollen, denn dann wird man dieser sinnvollen Lösung schnell einen Riegel vorschieben. Bis dahin haben Sie einen großen Vorteil!

Noch ein paar Daten zu meinem Auto, das ich momentan fahre:

Citroen AX aus dem Jahr 1996
20 kw Leistung gleich 27 PS
90km/h Höchstgeschwindigkeit
Verbrauch 14kw Strom pro 100 km gleich ca. 3 Euro
Kaufpreis als Gebrauchtwagen 6.000 bis 12.000 Euro,
je nach Zustand der Batterien.
Haltbarkeit bei guter Pflege 10 bis 15 Jahre oder mehr. Getauscht werden nur einzelne Akkus, nicht gleich alle!
Eine monatliche Ersparnis von 250,- Euro bei einer täglichen Fahrleistung von 70km, gegenüber einem 7 Liter Spritauto, das macht im Jahr ca. 3.000 Euro.

Nach drei Jahren war für mich dabei bereits der Anschaffungspreis hereingeholt. Eingerechnet sind die Steuer und Versicherung. Können sie dies auch von ihrem Auto behaupten? Noch nicht enthalten sind die fehlenden Reparaturen, wie bereits erwähnt. Strom kann ich an jeder normalen Steckdose bekommen, benötige also keine öffentliche Tankstelle. Eine Stunde laden, 20 km mehr fahren. So einfach ist es.

Mein Elektroauto ist wie eine einfache Bohrmaschine ohne Getriebe. Strompedal zum Fahren, eine Bremse für die letzten Meter vor der Ampel und einen Schalter für Vorwärts und Rückwärts. Und da es so einfach ist, noch einen Schutz, dass die Kinder ihnen nicht damit einfach davon fahren. Denn Autoscooter fahren haben wir ja alle schon auf dem Rummelplatz gelernt.

Warum wollen wir kein Elektroauto? Geht uns das Ritual an der Tankstelle ab? Der Poker, wann und wo tankt man am günstigsten?

Und nun noch eine andere Erfahrung. Wenn sie keine Ölheizung mehr im Haus haben, wird sie der Öl-Geruch bei Bekannten stören. Ähnlich geht es mir, seitdem ich elektrisch fahre. Ich rieche jetzt verstärkt Auspuffgase.

Zum elektrisch Fahren werden wir noch lange brauchen, da die Drohung vom Verlust von Arbeitsplätzen schon wieder im Raum steht, wie so oft. Europa rüttelt, Deutschland zahlt. Wir müssen mit unserer Arbeitsleistung in Deutschland alles erhalten, auch wenn es uns schadet. Wichtig ist nur, dass die Gewinne in bestimmten Händen bleiben.

Ich wünsche mir, dass ich Ihnen mit meinen Anregungen und Überlegungen die Elektromobilität näher gebracht habe und Ihnen aufzeigen konnte, welch enormes Potenzial darin enthalten ist.

Wolfgang Müller-Brunke
WMB-PRODUKTION
wmb-film@t-online.de

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