„Deutschland setzt ein wichtiges Zeichen für die Zukunft der Mobilität“

Ein Kommentar von unserem Herausgeber Robert Metzger zur gestrigen Verabschiedung des Gesetzentwurfes für das Autonome Fahren:

Der Deutsche Bundestag hat gestern Abend einen Gesetzentwurf verabschiedet, der das automatisierte und autonome Fahren künftig regeln soll. Sogleich haben sich Kritiker zu Wort gemeldet und beanstandet, dass das Regelungswerk nicht vollständig sei. Womöglich sind tatsächlich nicht alle denkbaren Aspekte berücksichtigt – und Ethikfragen ja auch noch in Bearbeitung. Aber es geht doch darum, jetzt einen gesetzlichen Rahmen für das automatisierte und autonome Fahren zu definieren, der zugegebenermaßen an manchen Stellen noch verfestigt werden muss. Der Anfang ist jedoch gemacht und dieses wichtige Zukunftsthema nicht weiter ein rechtsfreier Raum.

25.500 Verkehrstote hat es 2016 in der EU gegeben. Wieviele Unfälle, bei dem Menschen getötet wurden, durch autonomes Fahren hätten verhindert werden können, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Fakt ist aber: In den allermeisten Fällen ist es menschliches Versagen, das zu Unfällen führt. Sicher, die Vorstellung, dass Menschen zu Schaden kommen, weil eine Maschine möglicherweise falsch entschieden hat, ist für viele bedrückend. Aber ist der Gedanke, dass ein Mensch durch Fehlverhalten wie Tippen auf dem Smartphone oder schlichte Unaufmerksamkeit tödliche Unfälle verursacht, in irgendeiner Form positiver? Vermutlich nicht, aber fest steht hingegen, dass solche Unfälle – oder noch einen Schritt weitergedacht: durch übermüdete LKW- und Busfahrer verursachte Kollisionen – mit autonomen Fahrzeugen kaum denkbar sind und damit zwei ganz große Gefahrenquellen im heutigen Straßenverkehr eliminiert sind.

Natürlich ist zwischen diesen beiden Extremen – verantwortungslose Menschen gegenüber der wesentlich umsichtigeren Maschine – noch eine Grauzone. Diese gilt es nun auszuleuchten. Aber der Anfang ist gemacht und Deutschland hat ein klares Signal für die Zukunft der Mobilität – elektrisch, vernetzt, autonom – gesetzt. Damit ist die Arbeit nicht getan, sondern sie beginnt jetzt erst richtig, beispielsweise bei vollautonomen Shuttle-Services wie in dem bayerischen Kurort Bad Birnbach, wo Passagiere in einem Pilotprojekt mit dem autonomen Bus „Olli“ vom Bahnhof ins Kurhaus gebracht werden.

Packen wir diese wichtige Aufgabe also an – nicht mit bedingungsloser Fortschrittsgläubigkeit an das technisch Machbare, sondern mit Maß und Ziel!

 

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