Linksabbiegeassistent für Landmaschinen

Continental präsentiert seine neuentwickelten Assistenzsysteme für Landmaschinen. In der Umfelderfassung sieht das Technologieunternehmen ein entscheidendes Thema für die automatisierte Zukunft der Landwirtschaft. „Unser tiefgreifendes Know-how bei Pkw und Lkw ist für uns das technologische Sprungbrett, von dem aus wir auch die Landwirtschaft fit für die Zukunft machen. Im Rahmen unserer Off-Highway-Initiative

haben wir das Anwendungsfeld Agrarwirtschaft ganzheitlich durchdrungen, Lösungen adaptiert, weiterentwickelt und neu gedacht“, sagt Gilles Mabire, Leiter des Geschäftsbereichs Commercial Vehicles & Aftermarket, in dem Continental die elektronischen und digitalen Produkte für Nutzfahrzeuge und mobile Maschinen bündelt. „Wir befinden uns auf direktem Weg in Richtung autonome Landmaschine und nutzen unsere Erkenntnisse, die wir auf diesem Weg sammeln so, dass unsere Kunden schon heute von unserer Forschung profitieren. Der Linksabbiegeassistent ist dafür ein sehr gutes Beispiel.“

Sicherheit des Menschen im Fokus

Laut dem Statistik-Portal Statista gab es im Jahr 2018 55 Verkehrstote bei Unfällen mit landwirtschaftlichen Zugmaschinen. Nach der amtlichen Straßenverkehrsunfallstatistik des Statistischen Bundesamtes kamen 2018 57 Prozent der Verkehrstoten bei Unfällen auf Landstraßen ums Leben. Besonders riskant gilt für Branchen-Experten das Linksabbiegen der Landmaschinenfahrzeuge auf öffentlichen Straßen. Denn immerhin sind diese zu rund einem Drittel ihrer Betriebszeit genau dort unterwegs – obwohl sie dafür nicht konstruiert sind. Oftmals haben sie in Länge, Höhe oder Breite andere Maße als die übrigen Verkehrsteilnehmer. Hinzukommt, dass Landmaschinen oftmals auch große tote Winkel und weniger Lichtquellen am Fahrzeug haben, sodass Signale oft schlecht zu sehen sind. Ebenso müssen sich die anderen Verkehrsteilnehmer auf ihre geringe Geschwindigkeit einstellen.

Linksabbiegeassistent warnt Fahrer im Ernstfall

Das System warnt den Fahrer der Landmaschine durch ein akustisches oder optisches Signal vor Hindernissen auf der linken Seite seines Fahrzeugs. Das System kann herankommende Fahrzeuge auf eine Entfernung von bis zu 250 Metern detektieren. Möglich macht dies die Radartechnologie. Das System basiert auf einer 77-Gigahertz-Technologie, die die Fahrzeugumgebung in einer deutlich höheren Auflösung als bislang erfasst. „Frühere Technologien verwenden Spiegel und Kameras. Die Radartechnologie ist für diese Anwendung neu auf dem Markt und bietet viele Vorteile“, sagt Ulrich Roskoni, Leiter Technisches Produktdesign Spezialfahrzeuge im Continental-Geschäftssegment Independent Aftermarket. „Radar-Sensoren ermöglichen eine exakte Abstandskontrolle, der Sensor kann quasi nach hinten schauen und die Geschwindigkeit der ankommenden Fahrzeuge und den Abstand zu ihnen bestimmen.“ Weiterer Vorteil: Radarsensoren sind von Wetter und Lichtverhältnissen unabhängig. Außerdem ist das Continental-System einfach zu montieren und überfrachtet den Fahrer nicht mit Informationen. „Der Fahrer benötigt keinen Monitor, sondern wird nur im Ernstfall gewarnt. Das ist im Einklang mit unserer Continental-Philosophie für die Mensch-Maschine-Schnittstelle, dem Fahrer immer nur die Informationen zu geben, die er gerade wirklich benötigt“, betont Roskoni.

Bei der Entwicklung des Linksabbiegeassistenten arbeitet Continental zusammen mit einem großen Erstausrüster für Landmaschinen. Technologisch baut das Unternehmen hier auf Bewährtes auf: In diesem Fall auf den Rechtsabbiegeassistenten für Lkw, der ab 2022 für alle neuen Fahrzeugtypen EU-weit Pflicht ist. „Für den Linksabbiegeassistenten gibt es derzeit kein vergleichbares Produkt auf dem Markt. Neben den bisherigen Rück- und Seitenspiegeln basieren die aktuellen Produkte auf Kameratechnik. Diese Systeme sind bei Entfernungen limitiert und allein nicht in der Lage, den Fahrer zu warnen. Deswegen ist in diesem Fall Radar die passendere Technologie. Dennoch hat auch die Kamera-Technologie ihre Stärken und wir arbeiten daran, Radar- und Kamera-Technologien zu verschmelzen, um noch bessere Informationen zu erhalten“, sagt Roskoni.

Davon profitiert der Fahrer, der seine Augen nicht überall haben kann und dessen Sichtfeld durch die Abmessungen seines Fahrzeugs eingeschränkt wird. Langfristig werden dann die Sensorentypen Kamera, Radar und Lidar gemeinsam die Umgebung vollständig und redundant erfassen. Die so gewonnenen Informationen dienen als Grundlage für autonome Entscheidungen der Maschine.

https://www.continental.com

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