Smart City – der Diffusionspfad für E-Autos?

Dipl.-Geogr. Jens Schippl ist Referent auf dem 1. e-Monday Kongress „Mobilität 4.0: elektrisch, vernetzt und autonom“, der am 07. Juni 2016 im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München stattfindet.

AGENDA UND REGISTRIERUNG

ABSTRACT

In vielen Visionen oder Szenarien finden sich Elektroautos als Bestandteil zukünftiger urbanen Mobilitätssystem die in sogenannte Smart Cities eingebettet sind. Mit dem Begriff Smart City werden Entwicklungskonzepte verbunden, die Städte über eine fortschreitende Digitalisierung intelligenter und gleichzeitig nachhaltiger machen. Technische aber auch soziale Innovationen sind zentraler Bestandteil dieser Konzepte. Verkehr, insbesondere der Stadtverkehr, ist ein sehr komplexes System, bei dem unterschiedliche Faktoren wie Infrastrukturen, Technologien, politische Regelungen und die vielschichtigen Interessen und Präferenzen der Nutzer des Systems ineinander greifen und sich gegenseitig beeinflussen. So ein System, man spricht in der Transformationsforschung gerne von einem soziotechnischen System, verhält sich nicht statisch sondern wird durch viele unterschiedliche Trends und Treiber verändert und damit sukzessive umgestaltet.

Es lässt sich beobachten dass derzeit rund um den Smart-City-Kontext zahlreiche, recht unterschiedliche, mobilitätsrelevante Dynamiken erkennbar sind oder zumindest antizipiert werden, wie zum Beispiel ein Boom im Bereich Car Sharing-Konzepte, der zumindest teilweise als Folge der Digitalisierung gesehen und oft einem breiteren Trend in Richtung „Sharing-Economy“ zugerechnet wird. Die verstärkte Bereitschaft junger, städtischer Erwachsener sich auf multimodale Angebote einzulassen bei gleichzeitigem Rückgang des Interesses am Auto wird u.a. mit der Verbreitung von Smart Phones in Verbindung gebracht. Auch im Kontext der ebenfalls digital getriebenen Verbreitung von E-Commerce (oder „Smarter Commerce“) werden starke Änderungen bei den Mobilitätsmustern und beim entsprechenden Infrastrukturbedarf erwartet. Viele Experten erwarten mittel- oder zumindest langfristig eine starke Automatisierung des Automobilverkehrs. Dazu kommen breitere gesellschaftliche Entwicklungen, die z.B. gerne mit Begriffen wie Individualisierung, alternde Gesellschaft, Virtualisierung oder auch Cocooning verbunden werden.

Vor diesem Hintergrund will der Vortrag zum einen aufzeigen, dass die Elektromobilität insbesondere in urbanen Räumen in ein dynamisches System kommt und mit anderen Entwicklungen bzw. Innovationen zusammen wirken muss. Diffusionspfade für E-Autos müssen mit mehreren Aspekten einer Smart City zusammen gedacht bzw. geplant werden. Zum anderen soll betont werden, dass generell bei der Diffusion von Innovationen den sogenannten Early Adopters, also hier der ersten Gruppe die E-Autos nutzen, eine besondere Rolle zukommt. Anhand aktueller Daten lässt sich zeigen, dass Smart Cities zwar ein vielversprechenden Diffusionspfad für E-Autos sind, aber nicht unbedingt der einzige. Kleinere Städte bzw. ländlichere Regionen (Smart Country?) lassen jedoch etwas andere Diffusionspfade erwarten.

www.e-monday.com

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