Stippvisite beim NIO ET7: Eine Elektrolimousine auf ihrem Weg nach Europa

Auf seiner Reise von China nach Norwegen machte der schon im Vorfeld hoch gehypte NIO ET7 Zwischenstopp in den Designstudios in Ingolstadt-Gaimersheim. Wir hatten die Gelegenheit mit Ahmad Moslemifar über sein „Baby“ zu sprechen. Als Senior Exterior Designer im NIO-Studio München hat er den ET7 von der ersten Strichsetzung auf Papier bis zur Präsentation Anfang des Jahres begleitet.

Sabine Metzger, Chefredaktion eMove360° Magazin, mit Ahamd Moslemifar, Senior Exterior Designer NIO

Die Schlüsselbegriffe „pure, human, progressiv, sophisticated“ sind fest in der NIO-DNA verankert und waren auch die Leitlinie für das gesamte Designteam des ET7. Und die ist mehr als gelungen. Entstanden ist eine erstklassige Limousine mit vielen Wohlfühlelementen, technischen Raffinessen und hochwertigen Materialien. Ein Chinese, der es durchaus mit den Premiumklasse deutscher Hersteller aufnehmen kann. Die Silhouette der 5,10 Meter langen Elektrolimousine ist sachlich, pur und progressiv. Nirgendwo lenkt blitzendes Chrom von schlichter Sachlichkeit ab. Die Schnauze erinnert an einen Haifisch, das Innere an ein Wohnzimmer. Double-Dash-Tagfahrlicht, 3D-Heartbeat Rücklicht, 33 Sensoren, Computing System ADAM, NOMI als digitalen Assistenten und NT2-Technology: „We want to celebrate technology“, erzählt Ahmad begeistert.

Cremefarbenes Leder, nachhaltiges Rattan und viel Beinfreiheit im NIO ET7

Ebenfalls schlicht und edel kommt der Innenraum daher: Cremefarbenes Leder, ein neuartiges, hellgemasertes, erneuerbares Rattan namens „Karuun, warmes Licht sowie das großzügiges Panoramadach sorgen für Wohlfühlatmosphäre und ein hochwertiges Raumerlebnis. Ein Bildschirm schwebt scheinbar in der Mitte, genug Stauraum für Krimskrams gibt es ebenso wie die Möglichkeiten für induktives Laden von Handys. Das Raumangebot ist mehr als großzügig – selbst für über 1,90 Meter große Fahrer und Mitfahrer. Diese enorme Beinfreiheit geht allerdings auf Kosten des Kofferraumvolumens der 5,10 Meter langen Elektrolimousine.

NIO startet seine Markteinführung in Europa in Norwegen – zunächst mit dem Elektro-SUV ES8, dann folgt der ET7. Im September öffnet in Oslos Flaniermeile Karl Johans Gate das erste NIO House außerhalb Chinas. NIO Houses haben nichts gemein mit gängigen Autohäusern – sie verstehen sich als Orte, an denen man sich gerne auch mal mit Freunden trifft, mit der Familie zum Essen geht oder in der Bibliothek ein Buch liest. Nicht das Verkaufen steht im Vordergrund, sondern das Erlebnis. Hier trifft sich die NIO-Community und fungiert schon mal spontan als Verkaufsberater. Ob das Konzept, das in den 26 NIO Houses in China bestens angenommen wird, auch in Europa funktioniert, wird sich zunächst in Oslo zeigen. Für den europäischen Markt ist wurde kürzlich vor der frühere Airbnb-Geschäftsführer, Alexander Schwartz, als CEO berufen.

Spätestens zum vierten Quartal 2022 möchte NIO die deutschen Autokäufer für den ET7 begeistern. Der chinesische Premium-Elektroautobauer Nio sieht große Chancen am deutschen Markt. „Deutschland ist hoch interessant für uns. Wir wollen den deutschen Kunden so schnell wie möglich unsere Autos anbieten“, sagte Nio-Gründer William Li der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Werte wie bis zu 480 kW Leistung, eine Batteriegröße von 150 Kilowattstunden mit bis zu 1000 Kilometer Reichweite sowie ein Allradantrieb mit 653 PS und einer Beschleunigung in 3,9 Sekunden auf 100 km/h lassen schon jetzt so manchen Autofreak aufhorchen. Ebenso wie das Netz an eigenen Lade- und Batterietauschstationen in Norwegen und China.

Das gesamte Interview mit Ahmad Moslemir sowie dann hoffentlich schon weitere Details zu Preis und Vertrieb in Deutschland lesen Sie im eMove360° Magazin, das zur eMove360° EUROPE 5. Internationale Fachmesse für Mobilität 4.0 elektrisch-vernetzt-autonom vom 16. bis 18. November Messe München, erscheint.

Text und Fotos: Sabine Metzger

Please follow and like us:

14.09.2021   |  

Das könnte Sie auch interessieren