Daimler und Volvo wollen Brennstoffzellen für LKW entwickeln

Daimler und Volvo arbeiten an sauberen Lkw: Die beiden Hersteller wollen zusammen ein Brennstoffzellensystem für schwere Nutzfahrzeuge entwickeln und bauen. Dafür wollen sie ein gemeinsames Unternehmen gründen, das den Partnern jeweils zur Hälfte gehören soll.

Brennstoffzellen sollen bei Schwerfahrzeugen praktikabler sein als Akkus: Sollen die Nutzfahrzeuge eine große Reichweite haben, wird der Akku so groß und schwer, dass das Fahrzeug schnell an das zulässige Gesamtgewicht kommt. Zudem geht ein hohes Fahrzeuggewicht wieder auf Kosten der Reichweite. Ein Tank hingegen ist leichter als ein Akku, der die gleiche Energiemenge speichert. Schließlich dauert das Betanken weniger lange, als einen Akku zu laden.

„Ein wirklich CO2-neutraler Transport wird nur durch einen elektrischen Antriebsstrang erreicht werden, wobei die Energie aus zwei Quellen kommen kann: entweder aus Batterien oder durch die Umwandlung von Wasserstoff in Elektrizität an Bord des Fahrzeugs. Für den Lkw-Einsatz im schweren Fernverkehr sind Brennstoffzellen eine entscheidende Lösung“, sagte Martin Daum, Chef von Daimler Truck AG.

Daimler rechnet damit, dass die Antriebe in der zweiten Hälfte der 2020er Jahren serienreif sein werden und damit ausgerüstete Fahrzeuge auf den Markt kommen. Kleinserien könnten schon 2024 oder 2025 verfügbar sein.

Der Stuttgarter Automobilkonzern will alle seine derzeitigen Brennstoffzellen-Aktivitäten in das Gemeinschaftsunternehmen einbringen. Dazu gehört in erster Linie das Tochterunternehmen Mercedes-Benz Fuel Cell GmbH, das in dem Joint Venture aufgehen wird, inklusive der Mitarbeiter, der Patente und der Produktionsstätten in Deutschland und Kanada. Volvo kauft sich mit etwa 600 Millionen Euro in das Gemeinschaftsunternehmen ein.

Die Zusammenarbeit von Daimler und Volvo wird sich aber nur auf die Entwicklung und Fertigung der Antriebsstränge mit Brennstoffzellen beziehen. In allen anderen Geschäftsfeldern blieben die beiden Konkurrenten, teilte Daimler mit. Noch sei die Vereinbarung vorläufig. Das Joint Venture solle aber, vorausgesetzt, die Wettbewerbsbehörden genehmigten es, bis Ende des Jahres fertig sein. Der Sitz des Unternehmens soll in Nabern, südwestlich von Stuttgart, sein. Dort hat auch die Mercedes-Benz Fuel Cell GmbH ihren Hauptstandort. Bei dem neuen Unternehmen sollen etwa 250 Angestellte arbeiten.

27.04.2020   |  

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